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feb’16
dez’16

Cypher

f e b - d e z
2 0 1 6

C y p h e r

Der Name des Ausstellungs- und Forschungsprojekts entstammt dem Vokabular des Hip Hop. Als Cypher wird dort der spontan entstehende Kreis bezeichnet, in dem sich MCs, BeatboxerInnen oder TänzerInnen zusammenfinden und improvisieren. Mit seinem zweiten Projekt im Bielefelder Stadtteil Brackwede möchte das lAb den Ausstellungsraum als einen solchen Cypher denken. Lokale und internationale KünstlerInnen, VermittlerInnen und GeisteswissenschaftlerInnen — teilweise in Kooperation mit Brackweder Institutionen, Vereinen, KulturproduzentInnen und BürgerInnen — arbeiten in dem Projektzeitraum von Februar bis Dezember 2016 daran, wie sich der Begriff des Cypher zu einem Kunst- und Kulturraum — im Allgemeinen und in Brackwede im Speziellen — in Beziehung setzten lassen kann.


Der Cypher beschreibt einen Kreis der Interaktion und der Aufführung, in dem die ZuschauerInnen zugleich PerformerInnen sind. Er ist ein (halb-)öffentlicher Raum des Wettbewerbs und der Aushandlung von temporären Rollen und Hierarchien. In wechselnden Konstellationen des Aufeinandertreffen werden Uneinigkeiten sichtbar und offen kommuniziert, jedoch in einem Kreis der Gemeinschaft, der Zuhören und darauf Reagieren als Voraussetzung hat. Begreift man Demokratie mit Rancière als ein Set von Prinzipien, die aufgrund des gesellschaftlichen Wertepluralismus in ihre Anwendung unter ständiger Verhandlung stehen, wird offensichtlich, dass die Austragung einer lebendige Kultur der Uneinigkeit, wie sie im Cypher als Prozess kultiviert wird, eine produktive Denkfigur für das Programm des lAbs sein kann. Dieses Verständnis von Demokratie als flüchtig und performativ — und demzufolge als ein Prozess der immer wieder neu initiert werden muss — bietet einen Rahmen, um den Ausstellungsraum in Brackwede als Cypher, als Ort des Begegnens und Diskutierens, zu denken. Die Sichtbarmachung einzelner Äusserungen, die Teilnahme an der Debatte, das Austauschen von Argumenten und die im Zuge dessen potentiell hergestellte gemeinschaftlichen Erfahrung stehen im Fokus der Belebung des Pavillons als Cypher. Die Erforschung des Cypher und die Artikulation seiner Attribute für einen Kunst- und Kulturraum, wird demnach Strategien der Auseinandersetzung, Verhandlung und Sichtbarwerdung umfassen: Wie werden Grenzen gesetzt und überschritten? Wie verhält sich individuelle Widerständigkeit im Bezug auf subjektive Wahrheiten? Inwiefern artikulieren die Stilmittel des Cyphers wie Übertreibung, (temporäres) Scheitern, Humor oder das Wort als Waffe alternative Herangehensweisen an gemeinschaftliche Momente und Interaktion?


Das Projekt Cypher ist in sechs Projektphasen unterteilt. Neben Ausstellungen zeitgenössischer Kunst, wird das lAb unterschiedliche Veranstaltungs- und Kooperationsformate sowie Workshops und künstlerische Interventionen durchführen. Im Rahmen des Projekts werden zahlreiche neue künstlerische Arbeiten produziert, bestehende Arbeiten neu kontextualisiert und Vermittlungsformate erprobt.

1 9 – 3 1
f e b – m ä r

Do, 13 – 19 Uhr
Sa + So, 16 – 19 Uhr
Eröffnung 18. Februar, 18.30 Uhr

SHOW OF TALKS

Von Präsenz, Macht und Appell
im Sprechakt

SHOW OF TALKS

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Die erste Projektphase des Jahresprogramms des lAbs beschäftigt sich mit einem zentralen Element des Cyphers – der Rede. Die Rede ist im Cypher sowohl performativer Sprechakt als auch Teil der Interaktion. Die Videoarbeiten, die im Rahmen der Ausstellung SHOW OF TALKS gezeigt werden, befragen Strategien öffentlichen Vortrags und eigenen sich diese mit künstlerischen Mitteln an. Einerseits persiflieren und rekontextualiseren die Arbeiten die politisch oder ökonomisch motivierte Rede, anderseits untersuchen sie die Rede hinsichtlich Polemik und Populismus; Methoden die auf die Konstruktion kultureller und nationaler Identitäten abzielen. Neben einer Appell- und Ansprachefunktion lässt sich die Strategie „Rede“ zudem unter dem Aspekt der gesellschaftlichen Teilhabe betrachten, wodurch ihre Bedeutung als soziale Währung zur Diskussion gestellt wird. Die ausgestellten Videoarbeiten nähern sich diesem Potential über einen Moment der Anwesenheit, in dem das gesprochene Wort über sich hinaus weist: das, was physisch nicht da ist, wird in der Vorstellung der ZuhörerIn präsent und verweist auf das Publikum als Akteur. Die Gruppenausstellung versammelt Positionen, die auf vielfältige Weise die Rede als Mittel zur Aneignung von Realität zur Disposition stellen.


Das lAb wird für den Ausstellungszeitraum in eine Vortragssituation umfunktioniert. Eine Tribüne, die gleichermaßen als Sitzgelegenheit und raumfüllende Skulptur fungiert, ist visuell an das Mobiliar kultureller Spektakel, wie Fussballspiele oder Stadtfeste, angelehnt. Die künstlerischen Positionen, die als Projektionen gezeigt werden, treten in der Ausstellung als „Redebeiträge“ auf. Angelehnt an Symposien oder Konferenzen können sich BesucherInnen in einem Programm über die jeweiligen Aufführungszeiten informieren.


Kuratiert von Anna Jehle in Zusammenarbeit mit Amelie Befeldt.

The greatest Show on Earth

Sven Johne
The Greatest Show on Earth, 2011
Sprache: Deutsch
Untertitel: Englisch

Do 13:10 + 16:00
Sa + So 16:10

The Nation Loves It

Jasmina Cibic
The Nation Loves It, 2015
Sprache: Englisch
Deutsche Übersetzung liegt aus

Do 13:40 + 16:30
Sa + So 16:40

Fuck Africa

Nástio Mosquito in Zusammenarbeit
mit Vic Pereiró
Fuck Africa (remix), 2015
Sprache: Englisch
Deutsche Übersetzung liegt aus

Do 14:00 + 16:50
Sa + So 17:00

CUNNILINGUS IN NORDKOREA

Young-Hae Chang Heavy Industries
Cunnilingus in North Korea
(deutsche Version), 2004
Sprache: Deutsch

Do 14:10 + 17:00
Sa + So 17:10

The All Hearin

Lawrence Abu Hamdan
The All-Hearing, 2014
Sprache: Arabisch
Untertitel: Englisch

Do 14:25 + 17:15
Sa + So 17:25

Any other Business

Nicoline van Harskamp
Any other Business, 2011
(gezeigt wird eine neue Version von 2016)
Sprache: Englisch

Do 14:45 + 17:35
Sa + So 17:45

Never Say Never

Steven Emmanuel
Never say never, 2014 –
Sprache: Englisch
Untertitel: Englisch

Do 15:15 + 18:05
Sa + So 18:15

ERÖFFNUNG
Donnerstag, 18. Februar 2016, 18:30 Uhr

K2 KNEBELCHOR
AUS BIELEFELD

Knebelchor

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Der gemischte A Capella-Chor unter der Leitung von Thorsten von Knebel besteht ausnahmslos aus NichtsängerInnen. In Anlehnung an Beschwerdechöre, wie sie seit 2005 auf der ganzen Welt Verbreitung erfahren haben, wird der Chor zwei Stücke aufführen.




WHAT’S GOOD?

whats good

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Audiovisuelle Performance Katharina Merten/ Anja Kaiser A/V Abtauchen in die Projektionsflächen des Pop. Echos aus Interviews, Dokumentationen und Pornofilmen.

Veranstaltungen

TALKING HANDS

Talking Hands

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18. März 2016, 18 Uhr
mit Irina Pleis und KollegInnen

Ausgewählte Videoarbeiten der Ausstellung werden für gehörlose und hörende Menschen von einer Gebärdendolmetscherin simultan übersetzt.

Anmeldung bitte unter:
info@lab-artistsunlimited.de

Für Gruppenanfragen kann ein zusätzlicher Termin vereinbart werden.




F I L M V O R F Ü H R U N G
HATE RADIO

HATE RADIO

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31. März 2016, 16 - 19 Uhr
Vorführung: 16, 17 und 18 Uhr
Sprache: Deutsch + Französisch
Untertitel: Deutsch

Eine Produktion von Milo Rau / IIPM – International Institute of Political Murder in Koproduktion mit dem Schweizer Fernsehen und 3Sat Buch, Inszenierung und Regie: Milo Rau Montage und Sounddesign: Marcel Bächtiger Ausstattung und Kostüme: Anton Lukas Kamera: Marcel Bächtiger, Patrick Meyer-Clement, Lennart Laberenz, Markus Tomsche Ton: Jens Baudisch Recherche: Eva-Maria Bertschy, Jens Dietrich, Milo Rau Regieassistenz und Produktionsleitung: Mascha Euchner-Martinez

Der Film „Hate Radio“ (2014, 52 min) basiert auf dem gleichnamigen Theaterstück von Milo Rau, das den Völkermord an den Tutsi 1994 in Ruanda thematisiert. „Hate Radio“ verhandelt die Rolle des damals in Ruanda beliebtesten Radiosenders RTLM (Radio-Télévision Libre des Mille Collines) in der Vorbereitung und Begleitung des Völkermordes.

Der Film wird während der Öffnungszeiten zu jeder vollen Stunde gezeigt. Das reguläre Ausstellungsprogramm wird in dieser Zeit ausgesetzt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.







3 0 - 0 3
a p r - j u l

CURRENT OBSESSIONS

In zwei Ausstellungen mit begleitenden Veranstaltungen und einer Kooperation mit dem Volxtheater der Theaterwerkstatt Bethel beschäftigt sich das lAb in seiner zweiten Phase des Projekts Cypher mit Wahnsinn, Sex und Tutorials.

AUSSTELLUNG
01. Mai – 16. Juni 2016
Eröffnung
Samstag, 30. April, 18 – 1 Uhr
zu den Nachtansichten

EVERYDAY PRACTICE

Everyday Practice

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von Angélique Pailler ((/ ((
Das spanische Kollektiv Angélique Pailler
((/ (( arbeitet mit den Medien Skulptur, Video und textbasierten Off - und Onlinearbeiten. Über ihre Körper, ein eigenes Alphabet basierend auf ASCII-Zeichen oder ihre „Tools“ (dt. Werkzeuge) Skulpturen-Reihe be- und verhandeln sie Strategien zwischenmenschlicher Kommunikation. In ihren Arbeiten erforschen und erweitern sie das Vokabular von Beziehungen.

Für das lAb haben die KünstlerInnen eine raumgreifende Architektur aus schwarzer Stretchfolie entwickelt, welche die Bewegung durch den Raum steuert und die jeweiligen Begegnungssituationen mit den Arbeiten stark inszeniert. Die BesucherInnen werden dabei Teil der Ausstellung, ihre Körper beim Betrachten der Werke hinter der Architektur in Ausschnitten sichtbar und gerahmt. Die Stretchfolie, die auf unterschiedlichen Höhen die Säulen des Raumes miteinander verbindet, verweist gleichermaßen auf ihre ursprüngliche Nutzung als Verpackungsmaterial oder Haushaltsgegenstand und ihre Ästhetik als Fetisch Objekt.

Das junge Kollektiv Angélique Pailler ((/ (( gründete sich 2014 und setzt sich aus Clara Arbona Orero und Bartomeu Sastre Grimalt zusammen. Beide studierten Bildende Kunst an der Universitat de Barcelona. 2015 widmete das CCAndratx auf Mallorca dem Kollektiv mit »The intervening space between two points or things« seine erste, größere Einzelausstellung.






NACHTANSICHTEN 2016
Samstag, 30. April, 18 – 1 Uhr


Eröffnung der Ausstellung »everyday practice« von Angélique Pailler ((/ (( Die KünstlerInnen sind anwesend und stehen gemeinsam mit dem Team des lAb für Fragen und Gespräche in der Ausstellung zur Verfügung.

ALLE TAGE

Alle Tage

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von Amelie Befeldt
Drei Monate lang hat sich Amelie Befeldt den Begriff Alltag als Ausgangspunkt für eine Beschäftigung mit der Organisation von Sein und Identität genommen. Auf der Basis dieses Projektes mit Recherchebüro in Brackwede, arbeitet sie derzeit an einer Künstler-Publikation, aus der sie erstes Material vorstellt. Die Publikation erscheint im Juli 2016.




ENTERTAIN ME!

Entertain Me!

Performance über das Unterhalten und Unterhalten-Werden.




ERLAUBNIS NICHT ERTEILT

Gegenmittel

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Der Künstler Uli Schallenberg wollte den öffentlichen Raum vor dem lAb mit seiner Skulptur »Gegenmittel« bespielen. Die Arbeit, die in ihrer Form an Panzersperren angelehnt ist, sollte den Treppenaufgang zum Vorplatz des Bezirksamts blockieren. Aus verkehrssicherungspflichtigen Gründen hat die Stadt Bielefeld die Erlaubnis zur Installation der Skulptur nicht erteilt.

Mehr Informationen zu den Nachtansichten auf www.nachtansichten.de






AUSSTELLUNG
13. Mai – 28. Juni 2016
in der Stadtteilbibliothek Brackwede

Eröffnung
Donnerstag, 12. Mai 2016, 17 Uhr
mit allen beteiligten Künstlerinnen und mit The Mooche ("Deep Roots Of Johnny Cash“)

LFTT LIBRARY

LFFT

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mit Vera Brüggemann, Viola Friedrich, Helen Horgan, Angelika Höger, Antje Löbel, Gabriele Undine Meyer und Hildegard Nattebrede.

Die LFTT Library* ist eine vierhundert Jahre alte Privatbibliothek von Mönchen eines irischen Franziskanerklosters. Als diese 2009 ausrangiert werden sollte, hat sich die irische Künstlerin Helen Horgan entschlossen die eklektische Bibliothek zu bewahren und sie als einen experimentellen Forschungsraum zu nutzen. Heute sind Teile der Bibliothek als nomadisches Archiv international unterwegs und die Bücher können von interessierten KünstlerInnen und KuratorInnen für eigene Projekte genutzt werden.

Seit Juni 2015 betreut die Künstlerin Angelika Höger eine eigens für Bielefeld zusammengestellte Auswahl der Bibliothek, die aus „kulturellen Handlungsanweisungen“ besteht. Hier finden sich Bücher über Naturwissenschaften und Gärtnern, praktische Anleitungshandbücher und neuzeitliche Selbsthilfe-Literatur. Seit fast einem Jahr beschäftigen sich nun KünstlerInnen aus Bielefeld mit der Bibliothek, erweitern ihr Bedeutungspotential und öffnen sie für experimentelle Lesarten.

Während der Ausstellung in der Stadtteilbibliothek in Brackwede ist die Auswahl der Öffentlichkeit zugänglich. Die Bücher können zu den Öffnungszeiten eingesehen werden. Zu sehen sind auch künstlerische Arbeiten, die im Rahmen der Auseinandersetzung mit der Bibliothek entstanden sind. An vier Terminen sind interessierte BesucherInnen zu ergebnisoffenen Treffen in die Bibliothek eingeladen.


Mehr Informationen zur LFTT Library unter: www.thelfttlibrary.com

*LFTT ist die Abkürzung für »Legs Foundation for The Translation of Things«. Eine Idee mit Reichweite bekommt im sprichwörtlichen Sinne ›Beine‹. Das Wort Übersetzung kann historisch auch als Begriff verwendet werden um die Bewegung von Objekten, insbesondere heiligen Objekten, von Ort zu Ort zu beschreiben.

Termine
Dienstag, 17. Mai 2016, 15 – 18 Uhr

WIR KÖNNEN ÜBER ALLES REDEN

Sabine Krause (inlingua Sprachschulen OWL) arbeitet unter Assistenz von Volker Elsen (N-CODING, Kommunikation für Fortgeschrittene) mit erbaulichen Texten aus unzeitgemäßen Sprachlehrbüchern der LFTT Library inkl. kleiner Handreichung, Living Exercises und Lektüre von »Das Blaue Licht«.

Dienstag, 7. Juni 2016, 15 – 18 Uhr

ARBEITEN MIT PAPIER

nach dem Buch »Instructive and Ornamental Paper Work« (1901) von Mrs. L. Walker. Für Kinder und Erwachsene mit Angelika Höger und Antje Löbel.

Samstag, 11. Juni 2016, 11 Uhr

K Ü N S T L E R I N N E N
G E S P R Ä C H

Helen Horgan berichtet über die Geschichte der LFTT Library, bisherige künstlerische Projekte und ihre Reisen mit den Büchern.

Dienstag, 28. Juni 2016, 15 – 18 Uhr
Performance um 17 Uhr

LAST CALL

mit Markus Schwartze (Piano) und Oona Kastner (Stimme) Finissage mit Audio-Raum-Klang-Labor-Performance für 2 MusikerInnen, Stimme, Flügel und diversen Kapiteln der LFTT Library.

Die Teilnahme an den Veranstaltungen ist kostenfrei. Künstlerische Vorbildung ist nicht erforderlich.

Stadtteilbibliothek Brackwede
Germanenstraße 17
33647 Bielefeld

Öffnungszeiten:
Di – Fr: 10 – 13 Uhr und 15 – 18 Uhr
Sa: 10 – 13 Uhr






THEATER

V O L X T H E A T E R

VOLXTHEATER

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Das Volxtheater der Theaterwerkstatt Bethel vereint KünstlerInnen verschiedenster Lebensbereiche der Gesellschaft. Ihr Spiel speist sich aus dem Potential der großen Vielfalt ihrer Lebenserfahrungen und Denkweisen. Gespielt wird, was die Mitwirkenden interessiert und was sie für wichtig erachten.
Weitere Informationen zum Volxtheater unter:
www.theaterwerkstatt-bethel.de


Termine
Freitag, 13. Mai 2016, 18 – 20 Uhr

V O L X T H E A T E R
W E R K S T A T T
W A H N S ! N N

Im Dialog mit der aktuellen Ausstellung von Angélique Pailler ((/ (( können Interessierte ihr eigenes künstlerisches Spiel mit Tanz, Theater, Musik sowie anderen Medien und Materialien entwickeln. Die Volxtheaterwerkstatt ist ergebnisoffen konzipiert, Schauspielerfahrungen sind nicht notwendig. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Samstag, 11. Juni 2016, ab 17.30 Uhr

NACHTREISE 14 –
ENTDECKUNGSTOUR DER FREIEN
THEATER BIELEFELD

Im Rahmen der Nachtreise14 präsentiert das Volxtheater Auszüge aus seiner aktuellen Produktion »Der Schnee brennt. – Ein Stück über den WAHNS!NN«.
Informationen zu den teilnehmenden Theatern und dem Kartenvorverkauf finden Sie unter:
www.freie-theater-bielefeld.de

Premiere
Samstag, 25. Juni 2016, 20 Uhr

Weitere Termine
So, 26. Juni | Mi, 29. Juni | Do, 30. Juni | Sa, 02. Juli | So, 03. Juli | jeweils um 20 Uhr

DER SCHNEE BRENNT. – EIN
STÜCK ÜBER DEN WAHNS!NN

Präsentiert vom Volkstheater in der Theaterwerkstatt Bethel.
Weltrekorde, 350 PS, geiler Sex - Wahnsinn! Terror, sexualisierte Gewalt, global vernetzte Kriege, Millionen auf der Flucht, steigender Alltagsrassismus – Alles Wahnsinn! Im Streben nach höchstem Glück leben wir Wand an Wand mit unfassbaren Widersprüchen. Das Volxtheater der Theaterwerkstatt Bethel bringt die unauflösbar erscheinenden Widersprüche des Lebens zum Ausdruck. Alte Werte wie Liebe, Würde oder Solidarität sind auf die Probe gestellt. Die Spielerinnen und Spieler des Volxtheaters erzählen in ihrem neuen Stück von einer Welt, die aus den Fugen zu geraten droht. Sie heben und stürzen ab, verlieren die Kontrolle, geraten in Ekstase, entgleiten und wagen somit einen Blick hinter gesellschaftliche Konventionen und Normalitätsvorstellungen.

Leitung: Matthias Gräßlin, Katrin Nowak,
Nicole Zielke.
Musik: Christian Beckers (Klavier),
Tobias Haussmann (Schlagzeug).

Eintritt: 14,- / erm. 7,- zzgl. VVK-Gebühren
VVK: Tourist-Information, Tel. 0521 516999
Weitere Informationen unter:
www.theaterwerkstatt-bethel.de

Die Produktion »Der Schnee brennt. – Ein Stück über den WAHNS!NN« und die Volxtheaterwerkstatt »WAHNS!INN« sind Teil des Pilotprojektes »Aus den Fugen – inklusives Theater und kulturelle Bildung«, gefördert durch das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW, die Stiftung der Sparkasse Bielefeld, das Kulturamt Bielefeld und die Andreas-Gärtner-Stiftung.










2 1 – 2 5
j u l – a u g

DER ☺ SOMMER
☺ DER ☺
D I L E T T A N T E N

Das lAb nutzt das gewohnheitsmäßige Unspektakel des deutschen Sommers zur Vorbereitung auf die Zeit in der Erwerbslose glücklich sind, Ehrgeiz eine Beleidigung und Faulheit eine Tugend ist. Im Rahmen einer Sommerakademie laden wir Sie — in kleinen Gruppen — zu ein bis zweitägigen, ergebnisoffenen Veranstaltungen unterschiedlichster Methoden und Disziplinen ein. Zusammen wollen wir Arbeit und Arbeitsprozesse wichtig nehmen und den Versuch wagen geltende Wertesysteme und Bedingungen von Arbeit zu vernachlässigen. Während der Sommerakademie zeigt das lAb die Ausstellung »my sister thinks your paintings are interesting«.

Sommerakademie mit Nadja Buttendorf, Heike Geißler, Schorsch Kamerun, re_vision medienkollektiv und Juliane Schickedanz.

Ausstellung von Christine Gensheimer und Lars Rosenbohm.

AUSSTELLUNG
21. Juli – 25. August 2016
Eröffnung
Donnerstag, 21. Juli, 18.30 Uhr
Einführungen von:
Vera Brüggemann (Künstlerin und Illustratorin), Ingo Stucke (Pfarrer), Mitja Brinkkötter (IT-Experte) + Jessica Kühn Verdugo (Sozialarbeiterin)
Finissage
Donnerstag, 25. August, 19 Uhr

 

MY SISTER THINKS
YOUR PAINTINGS
ARE INTERESTING

Timo Katz

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In den Sommermonaten zeigt das lAb eine Ausstellung von Christine Gensheimer und Lars Rosenbohm. Beide sind im Künstlerhaus Artists Unlimited organisiert, arbeiten dort in unmittelbarer Nähe an unabhängigen Projekten. Der Verein zeichnet sich durch die Arbeit in temporären Kollektiven seiner Mitglieder innerhalb dynamischer Strukturen aus, und dies spiegelt auch die Ausstellung wieder: »my sister thinks your paintings are interesting« sind zwei Einzelpräsentationen, die räumlich, inhaltlich und in der künstlerischen Herangehensweise Überschneidungen aber auch individuelle Abgrenzung zulassen.

Christine Gensheimers tragisch-komische Collagen, Zeichnungen und Videoarbeiten entwickelt sie aus ihrer sich ständig erweiternden Materialsammlung aus Alltagsbeobachtungen, Zeitungs- und Magazinausschnitten sowie Zitaten aus Songtexten. Ihre Arbeiten sind Momentaufnahmen, Fragmente mit Verweisfunktion, die die Geschichte aber nie bis zum Ende erzählen. In ihrer Ausstellung im lAb zeigt sie erstmals kurze Videosequenzen, die im Spannungsfeld von animierter Collage und Gif-Ästhetik, Objekte und Figuren in einer Geste oder immer wiederkehrenden Transformation gefangen halten. Die kleinformatigen Zeichnungen sowie Interventionen im Ausstellungsraum behandeln auf poetische Weise ein ›sich fremd in der Welt fühlen‹.

Lars Rosenbohms langjährige Beschäftigung ist das Thema der Maske und seine Implikationen als Strategie des Verdeckens und somit auch immer des (Nicht-)Zeigens. Im lAb erweitert er dieses Interesse, indem er mit Überlagerungen auf mehren Ebenen arbeitet: Eine Tapete aus seinem Archiv aus spontan entstandenen Kohle-Zeichnungen, die egalitär und unkorrigiert als Untergrund dienen, werden von großformatigen, massiven Malereien teilweise verdeckt. Diese performativen Arbeiten, die das permanente Tun und den künstlerischen Schaffensprozess offenlegen sind wiederum aus unterschiedlichen Versatzstücken und Materialien zusammengesetzt. Dabei entstehen diese Collagen zum Teil aus vorhandenen Arbeiten, die nun auch zum Träger werden können. Rosenbohms Ausstellung lässt das Auge der BetrachterIn nicht ruhen und entzieht sich tradierten Vorstellungen von der Rezeption von Malerei als kontemplativem Gestus.


Öffnungszeiten der Ausstellung:
donnerstags 13 – 19 Uhr
samstags + sonntags 16 – 19 Uhr


Christine Gensheimer (*1976 in Frankfurt am Main) lebt und arbeitet in Bielefeld. Ihre Arbeiten wurden unter anderem im Kunstmuseum Wolfsburg, der Kunsthalle Düsseldorf und im Bielefelder Kunstverein gezeigt. Ihre Videoarbeiten wurden zuletzt zudem auf den 61. Internationalen Kurzfilmtagen in Oberhausen, der fullframe Retrospektive in Wien und dem Milano Film Festival aufgeführt. Ihre Arbeiten sind in öffentlichen und privaten Sammlungen, wie der Sammlung der Kunsthalle Bielefeld, der Sammlung Rheingold oder der Sammlung Viehof vertreten. Seit 2005 produziert sie Animations-Filmbeiträge für die Sendung Karambolage auf Arte und konzipiert Musikvideos für diverse MusikerInnen.

Lars Rosenbohm (*1971 in Lemgo) lebt und arbeitet in Bielefeld. Er erhielt unter anderem Stipendien von der Kunststiftung Nordrhein Westfalen und der Aldegrever Gesellschaft und war Preisträger des Eurode-Kunstpreises. Ausgestellt hat er in der Kunsthalle Bielefeld, dem Marta Herford, im Saarland Museum Saarbrücken, im Museum Schloss Moyland oder auch im Westfälischen Kunstverein Münster. Außerdem in Belgien, Spanien, der Schweiz und den USA. Seine Arbeiten sind in öffentlichen Sammlungen (Marta Herford, Städtische Sammlung der Hansestadt Lünen) und Privatsammlungen vertreten. An der Fachhochschule und der Universität Bielefeld lehrte Lars Rosenbohm in den Bereichen Zeichnung und Malerei.

FINISSAGE
Donnerstag, 25. August, ab 19 Uhr

mit Veröffentlichung Künstlerpublikation / Amelie Befeldt
ab 20 Uhr Comic-Lesung / Aisha Franz
ab 21 Uhr Musik / Team Pommes

I DON’T WANT TO BE
A STUDIO ARTIST

I DON’T WANT TO BE A STUDIO ARTIST

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von Amelie Befeldt
Als Ergebnis der Arbeit »Alle Tage«, die Amelie Befeldt während der ersten Ausstellungsphase des lAb begonnen hat, wird in Zusammenarbeit mit ag16 die Publikation »I don't want to be a studio artist« veröffentlicht. Ausgehend von der eigenen künstlerischen Praxis stellt Amelie Befeldt darin Fragen nach der Organisation von Sein und Identität oder nach der Funktion von YouTube im Alltag.

Die Buchvorstellung ist unter folgendem Link einsehbar:
www.youtube.com
Bestellungen und Fragen zur Publikation an:
amelie.befeldt@gmx.de

P L A Y L I S T

Playlist

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von Aisha Franz
Aisha Franz liest in ihrem »Comic-Konzert« eine Auswahl aus ihren gezeichneten Kurzgeschichten vor, die von romantischen Kindheitsabenteuern und ekligen Greuelfantasien erzählen.

Aisha Franz lebt und arbeitet als freiberufliche Comicautorin und Illustratorin in Berlin. Neben zahlreichen Eigenpublikationen erschien 2016 ihre dritte Graphic Novel »Shit Ist Real« beim Berliner Comic-Verlag Reprodukt. Seit 2014 unterrichtet sie Illustration und Comic an der Kunsthochschule Kassel.
Mehr unter: www.fraufranz.com

TEAM POMMES
(Mo Chan und Icy Gee)

TEAM POMMES

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Team Pommes ist ein audiovisuelles Kollektiv in ständiger Bewegung. Pommes kann alleine sein aber auch vieles begleiten. Pommes ist Universum.






SOMMERAKADEMIE
29. Juli – 13. August 2016
Workshops und Veranstaltungen


Die Teilnahme an allen Veranstaltungen der Sommerakademie ist kostenfrei. Alle benötigten Materialien werden gestellt. Es ist keine Vorbildung erforderlich. Bitte registrieren Sie sich für die Teilnahme zur Veranstaltung Ihres Interesses unter info@lab-artistsunlimited.de oder donnerstags von 13 – 19 Uhr telefonisch unter (0)521.515 298. Weitere Informationen zu den jeweiligen Veranstaltungen werden Ihnen nach der Anmeldung mitgeteilt. Alle Veranstaltungen finden im lAb in der Germanenstraße 22 in Bielefeld statt.






Freitag und Samstag,
29. und 30. Juli 2016,
10 – 16 Uhr (inkl. Mittagspause)

DIE AUSSICHT KÖNNTE
(NICHT) BESSER SEIN

Die Aussicht könnte (nicht) besser sein

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Schreibworkshop mit Heike Geißler

Was kann man hören, was kann man sehen, und wie wird daraus ein Text? Wie kann man so sehen, dass man etwas sieht, vielleicht sogar etwas, das man bisher noch nicht sah? Wie kann man sich selbst mit Neuigkeiten überraschen, und wie bringt man Vielfalt und all die unterschiedlichen Menschen in einen Text? Wie bringe ich das, was ich beschreiben möchte, in eine lesbare Form? Was ist verständlich, was ist unverständlich? Warum sind die schönsten Wörter nicht unbedingt die passendsten?

Wir schreiben keinen Roman (es sei denn, wir wollen doch). Wir schreiben Listen, kleine Protokolle und Fragmente. Wir schreiben Texte, die wie zwischendurch entstehen, aber lange halten können. Wir üben uns im Beobachten und Zuhören. Wir beschreiben die Welt im Kleinen und haben dabei die ganze Welt im Blick.

Alle sind Zeitzeugen. Alles zählt.

Heike Geißler ist Schriftstellerin, Übersetzerin sowie Mitherausgeberin der Heftreihe »Lücken kann man lesen« (mit Anna-Lena von Helldorff). Bisher erschienen: der Roman »Rosa“«(DVA, 2002), ausgezeichnet mit dem Alfred-Döblin-Förderpreis 2001, der Erzählungsband »Nichts, was tragisch wäre« (ebd. 2008), das illustrierte Kinderbuch »Emma und Pferd Beere« (Lubok, 2009), der Reportage-Roman »Saisonarbeit« (Spector Books, 2014) und zuletzt das Heft »Fragen für alle« (mit Anke Dyes). 2016 ist sie Stipendiatin der Villa Massimo Rom. Sie lebt in Leipzig.
Mehr unter: www.heikegeissler.de

Montag, 01. August 2016,
11 – 18 Uhr (inkl. Mittagspause)

AUTOMATEN, LASST TAUSEND
BLUMEN BLÜHEN!
FÜR EINE WELT OHNE ARBEIT
(ODER ERSTMAL WENIGER
G A R T E N A R B E I T )

Automaten, lasst tausend Blumen blühen!

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Automatenbau-Workshop
mit re_vision medienkollektiv

Vor jedem hochverdienten Sommerurlaub belangen wir FreundInnen und Familie mit der Wässerung unserer zarten Zimmerpflanzen. Doch ist nicht eine Welt vorstellbar, in der alle einfach nur Urlaub machen und solche oder sogar schwierigere Verrichtungen von entzückenden Automaten erledigt werden? Es lohnt sich doch nachzudenken über Zukünfte, die wir uns vorstellen wollen, anstatt uns von ihnen nur in Schrecken zu versetzen. Warum bleibt denn soviel verächtliches, verlassenes Dasein, wenn doch eigentlich schon jetzt so viel Anderes möglich scheint? Dank dem einfachen Zugang zu monströsen Maschinchen und wolkigem Wissen müssen wir ja noch nicht einmal auf hochprofessionelle Lösungen mit glänzenden Gehäusen warten, sondern können bereits heute nach anderen Wegen tasten und an einer vollautomatisierten Luxuswelt für alle basteln – oder zumindest an einer Welt mit weniger Gartenarbeit.

Die erste Hälfte des Workshops soll Möglichkeiten des Denkens über Zukünfte schärfen und das Entrinnen vor hilflosen, oftmals nur einigen Wenigen zugänglichen Rückbesinnungsversuchen ermöglichen. Wenn wir die verzweifelte Suche nach abgenutzten Bremsen hinter uns lassen und über Pfade mit Blick nach vorne spekulieren, könnten wir uns ein vorsichtiges Bild von morgen und übermorgen machen und sogar überlegen, wie wir uns dahin navigieren.

In der zweiten Hälfte machen wir uns die Hände schmutzig, um sie danach ganz entspannt baumeln lassen zu können (oder mit ihnen noch atemberaubendere Apparate zu bauen). Mit Minicomputern, ein paar Schläuchen und Kabeln sowie Open Source Code werden wir kleine Maschinen bauen, die unsere Gedanken nicht nur an unsere einzelnen Yucca Palmen knoten, sondern auch mal für gemeinsame Welten mit tausend Blumen (und weniger trauriger Arbeit) für Alle öffnen. Ist ja vielleicht gar nicht so schwierig und alle können etwas mit nach Hause nehmen.

Anne Koppenburger, Marvin Krühler, Sebastian Lemme und Paul Buckermann sind Teil des //re_vision medienkollektivs. Das Kollektiv arbeitet medienübergreifend zu Fragen zwischen Politik, Kunst und Technologie, es begleitet soziale Kämpfe dokumentarisch und veranstaltet Lesungen, Screenings, Vorträge und Workshops.
Mehr unter: www.revisionmedienkollektiv.de/

Donnerstag und Freitag,
04. und 05. August 2016,
12 – 18 Uhr (inkl. Mittagspause)

THE CURATOR’S UNICORN

THE CURATOR’S UNICORN

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Workshop für KuratorInnen, VolontärInnen, KunstvermittlerInnen und KulturarbeiterInnen mit Juliane Schickedanz

Kulturarbeit ist ein Verlustgeschäft, selbst auf Kosten der eigenen finanziellen und zeitlichen Knappschaft. Die Arbeit ist mein Lohn, die Kunst mein Brot. Öffentlichkeitswirksam vermarktet und vom Bildungshunger gebeutelt, strudeln KuratorInnen in eine Spirale schlimmster Lohnverhältnisse. Aber die Ausstellung sieht toll aus. Das ist halt so? – Das wollen wir nicht! In Hängematten schaukelnd mixen wir Protest-Cocktails. Im Workshop werden wir die Arbeitsverhältnisse der KuratorInnen hinterfragen, um Strategien einer zeitgemäßen und funktionalen Solidaritätsstruktur für sowohl selbstständige also auch angestellte KuratorInnen zu entwickeln. Dabei soll es gleichermaßen um die Aktualität der Künstlersozialkasse, die Honorarbeschränkungen von Fördermittelregularien, die AutorInnenschaft von Ausstellungen sowie um die Hierarchie im Kunstbetrieb gehen. Der Workshop richtet sich speziell an KuratorInnen, VolontärInnen, KunstvermittlerInnen oder KulturarbeiterInnen. Ziel ist es eine längerfristige Zusammenarbeit anzustoßen, die im Feld der eigenen Arbeitsweise Möglichkeiten der konstruktiven Kritik, des Austauschs oder der Hilfeleistung entwickelt.

Juliane Schickedanz ist freie KuratorIn in Leipzig. Bis 2012 studierte sie Kunstvermittlung an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. Sie arbeitete bisher u.a. als kuratorische Assistentin der Hochschulgalerie der BURG, wissenschaftliche Volontärin des Bielefelder Kunstvereins sowie als Produktionsleiterin des Festivals für Fotografie f/stop in Leipzig. Sie war Graduiertenstipendiatin des Landes Sachsen-Anhalt, wobei sie der Frage nachging, ob die Repräsentation von KuratorInnen in zeitgenössischen Kunstwerken eine neue Form des mittelalterlichen Stifterbildes sei. Ihre Abschlussarbeit an der BURG beschäftigt sich zudem mit dem Autorschaftsverhältnis von KünstlerInnen und KuratorInnen in Ausstellungen.

Montag, 08. August 2016
ab 17 Uhr
Dienstag, 09. August 2016
10 – 13 Uhr

»HUCH!« PLÄDOYER FÜR ALLES,
WAS SICH ›FREMD‹ ANFÜHLT

Huch

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Schorsch „Horsti“ Kamerun erklärt mit Musik und Worten

Was ist geworden aus Begriffen wie ›aufregende Gegend‹, ›fremde Welt‹ oder ›besonderes Leben‹? Unsere Gegenwart scheint sich Unkontrolliertes vom Leibe zu halten, einstige raue Gegenden wie ehemals undurchleuchtete Urbanitäten sind jetzt Touristenbusreiseziele. Vieles scheint begehbarer als zuvor und dennoch trommeln Populisten gegen ein Szenario von Bedrohung durch das ›Fremde‹. Wie lässt sich erklären, dass der/die BürgerIn neue Schutzmauern hochziehen will und gleichzeitig auf der Suche ist nach letzter ›Exotik‹? Brauchen wir dringend einen Schuss kräftige ›Entartung‹?! Wer sagt, wo, wie, warum und was wir erleben, erlernen oder gar erarbeiten sollen?

Schorsch Kamerun ist einer der besten 24 Menschen und lebt in Hamburg und Timmendorfer Strand. Seit 1984 ist er Sänger des Hamburger Punkbandkollektivs »Die Goldenen Zitronen«. Er produziert Hörspiele und inszeniert an allen großen, deutschsprachigen Theatern meist selbst geschriebene Stücke. Zusammen mit Rocko Schamoni gründete er den »Golden Pudel Club«. Im Wintersemester 2010/11 war er Gastprofessor an der Akademie der Bildenden Künste München. Im Frühjahr 2016 erschien sein erstes Buch »Die Jugend ist die schönste Zeit des Lebens« (ullstein Buchverlage). Mehr unter:
www.schorschkamerun.de/wordpress/

Freitag, 12. August 2016,
19 Uhr Vorbesprechung und Einführung
Samstag, 13. August 2016,
11 – 18 Uhr (inkl. Mittagspause)

FATBIT – DAS NEUE
A C C E S S O I R E
FÜR DEINEN NEUEN KÖRPER

Schmuck-Workshop mit Nadja Buttendorf

Fitbits, diese kleinen, fast invasiven und stylischen technischen Accessoires die deine körperliche Aktivität und Fitness messen, ermöglichen es uns unsere Körper spielerisch selbst zu optimieren. Sie zählen deine gelaufenen Schritte, deine Herzrate, deine Schlafqualität, deine verbrannten Kalorien und noch weitere persönliche, körperbezogene Daten. Was ist der Antipod von Selbstoptimierung und wie können wir ein anderes System zur Selbstoptimierung entwickeln? Ist es möglich -20 Schritte zu laufen? Wie kann man durch Nichtstun Punkte sammeln? Wie bekommen wir unseren Burger am Fitbit vorbei geschmuggelt?

In dem FATbit-Workshop wandeln wir die Selbstoptimierungsmachinen an unseren Handgelenken in wirklich stylische Anti-Optimierungs-Erweiterungen für unsere Körper um. Das Fitbit betreibt ›self-tracking‹ mit unseren Körpern, also hacken wir das Fitbit! Und das nicht irgendwie und nicht digital, sondern physisch und analog! Du brauchst keine Coding- und Computerskills, das Fitbit wird gestellt!

Nadja Buttendorf ist Schmuck- und Nail Art Künstlerin, spezialisiert in Fragen zu posthumanem Schmuck, kybernetischen Erweiterungen des menschlichen Körpers und alienspekulativen Szenarien. Sie ist Gründungsmitglied des Cyborgs e.V. Berlin und hat den Begriff »Explant« eingeführt. Sie studierte an der Burg Giebichenstein, Hochschule für Kunst und Design Halle.
Mehr unter: www.nadjabuttendorf.com/










0 1 – 0 6
s e p – o k t

Do, 13 – 19 Uhr
Sa + So, 16 – 19 Uhr
Eröffnung
Donnerstag, 1. September, 18:30 Uhr

DIANA POLICARPO
SUN IN CANCER

Sun in Cancer

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Welche Meisterwerke von KünstlerInnen bleiben präsent? Wie kommt es, dass wir selbstverständlich John Cage kennen, aber die Komponistin Johanna Beyer voraussichtlich nicht, obwohl sie maßgeblich daran beteiligt war, der elektronischen Musik bereits in den 1930er und 1940er Jahren den Weg zu ebnen? Wer bestimmt die Klassiker unserer Kulturgeschichte? Und welche Rolle spielen Geschlecht, Herkunft und Status dabei? Diesem Missverhältnis aus künstlerischer Evidenz und Geschichtserzählung geht Diana Policarpo in ihrer Ausstellung „Sun in Cancer“ im lAb Artists Unlimited nach. In Bielefeld präsentiert die Künstlerin zum ersten Mal die Ergebnisse ihres zweijährigen Rechercheprojektes zur deutsch-amerikanischen Avantgarde-Komponistin Johanna Beyer.

Johanna Beyer wurde 1888 in Leipzig geboren, wo sie ebenfalls am Musikkonservatorium, der heutigen Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“, studierte. Anfang der 1920er Jahre wanderte sie nach Amerika aus. In New York lebte sie für fast zehn Jahre in der Gartenstadt Sunnyside Gardens Historic District in Queens. Das politische Credo dieser Umgebung – sozialistische Lebenskonzepte, gleiche Mitbestimmung aller BewohnerInnen, Einklang von Natur- und Stadtraum, Aufbegehren gegen bestehende gesellschaftspolitische Strukturen – prägten auch Beyers musikalische Arbeit. Sie stand in privatem sowie professionellem Kontakt unter anderem mit den KomponistInnen und MusikerInnen Ruth Crawford, Charles Seeger, John Cage und Henry Cowell sowie mit der Aktivistin Bertha Reynolds. 1938 stellt man bei ihr die nicht heilbare Nervenkrankheit Amyotrophe Lateralsklerose fest, an der sie 1944 starb. Bis zu ihrem Tod arbeitete sie an der politischen Oper „Status Quo / Music of Spheres“. Ein kleiner Teil der zu entziffernden Notationen des unvollendeten Stückes wurden erst 1977 uraufgeführt und vertont. Die restlichen Aufzeichnungen sind ausschließlich als graphische Notationen oder Notizen erhalten geblieben.

Die Ausstellung „Sun in Cancer", eine Anlehnung an Beyers Tierkreiszeichen, kann als Kooperation zwischen Diana Policarpo und Johanna Beyer verstanden werden. Diana Policarpo führt in jener retrospektiven Zusammenarbeit die Oper "Status Quo / Music of Spheres" fort, um anhand Beyers Leben und Werk auf die Mechanismen und Machtstrukturen exkludierender Geschichtsschreibung hinzuweisen. Als bildende Künstlerin und Noise-Musikerin komponiert und vertont Policarpo in ihren Arbeiten zeitbasierte Fragmente für polyrhythmische Soundskulpturen und performative Installationen. Ihr Interesse umspannt Improvisation, neue Kompositionsmethodik, die physische Erfahrung von Sound, die Frage wie Klang sich ausbreitet und sich zu Licht, Resonanz, Rhythmus, Geschwindigkeit und Berührung verhält. Oftmals entwickelt sie ihre Werke ausgehend von unbekannten, queeren Biographien, historischen Ereignissen, Science-Fiction-Literatur oder Musik. Beyers Interesse für Astrologie und politischen Aktivismus stellen den Ausgangspunkt für Policarpos Motivation dar, die Persönlichkeit, Biographie und auch das unvollendete Werk der Komponistin zu rekonstruieren. Johanna Beyer verstand Rhythmus und Klang als elementare Gegenspieler in der Musik, Natur und im Kosmos. Ähnlich beschrieb es bereits Pythagoras, der der Überzeugung war, dass der Kosmos eine durch mathematische Proportionen optimal geordnete Ganzheit sei und dass sich daher in der Astronomie die gleichen Gesetzmäßigkeiten zeigen wie in der Musik.

Auch in „Sun in Cancer“ wird die Auseinandersetzung mit dem Leben und Werk Beyers und die damit assoziierten Fragestellungen maßgeblich über Sprache und Klang in Beziehung zum Ausstellungsraum und den Körpern der BesucherInnen verhandelt. Die Scheiben des lAbs sind fast gänzlich mit blauer Folie kaschiert und tauchen somit sowohl die Exponate als auch alle Anwesenden in ein gefärbtes Licht. Die gezeigten Arbeiten von Diana Policarpo sind Momente, Archiveinheiten sowie Reinterpretationen von Johanna Beyers Werk. Dabei ist Policarpos Arbeitsweise nicht allein ein Akt der Aneignung, sondern vielmehr eine Reflektion und Fortführung, die in der musikalischen und installativen Gegenüberstellung ebenfalls Policarpos eigene Kämpfe als weibliche Künstlerin in dem männlich dominierten Genre des Noise verhandelt. Zentral im Raum stehen vier Sitzskulpturen, in die auf Kopfhöhe Lautsprecher eingelassen sind und damit einen intimen Moment der Rezeption erlauben. Zu hören sind von Johanna Beyer verfasste Gedichte, Briefwechsel, Texte zu ihrer Oper, Alltagsnotizen oder Kurzgeschichten, die sowohl von Diana Policarpo selbst als auch einer deutschen Sprecherin vorgetragen werden. Um die Soundskulpturen verteilt stehen aus Metall geschweißte, verräumlichte Notationen von Diana Policarpo, die in ihrer Formsprache das graphische Repertoire von Johanna Beyer aufgreifen und zugleich auf den Akt der Neuinterpretation hinsichtlich des im Raum zu hörenden Musikstückes anspielen. Die 6-Kanal-Audio-Installation ist eine elektronische Komposition von Diana Policarpo, die anhand von Beyers Notizen, graphischen Notationen sowie ihrer Biografie den bislang veröffentlichten und gerade erhalten gebliebenen Teil der Oper fortführt. Damit ist die Ausstellung auch eine Thematisierung vom Spielraum der Interpretation im Rahmen von kollektiven und offenen Strukturen.

Die Ausstellung "Sun in Cancer" im lAb Artists Unlimited ist die erste Station von Diana Policarpos Projekt zur Komponistin Johanna Beyer. Die Ausstellung wandert 2017 in weiterentwickelter Form nach Leipzig in den KV. Zudem arbeitet die Künstlerin an einer Neuinterpretation der nächsten 30 Minuten von Beyers unvollendeter Oper „Status Quo / Music of Spheres“, die ebenfalls im kommenden Jahr gemeinsam mit dem Peckham Chamber Orchester unter der Leitung von Hannah Catherine Jones in London uraufgeführt wird.

Diana Policarpo (*1986 in Lissabon) lebt und arbeitet in London und Lissabon. 2013 erlangte sie ihren Master am Goldsmiths, University of London. Jüngste Ausstellungen, Veranstaltungen und Performances umfassen: Pairing Down, Peninsula Gallery, New York (2015); Body Meets City, New York (2015); Super Woofer, Matt's Gallery, London (2015); (Dis)Identifications, ICA, London (2015); Visions of Excess, Xero Kline & Coma, London (2015); Does Not Equal, W139, Amsterdam (2015), Mai Im Januar, Shau Fester, Berlin (2015); Beating Back Darkness, Kunsthalle Baden-Baden; Sound Works by Women Artists, Goldsmiths College, London (2014) und General Strike, The Mews/Art Review, London (2014). 2015 erhielt sie ein Stipendium der Calouste Gulbenkian Fundation, um die Arbeit der deutsch-amerikanischen Komponistin Johanna Magdalena Beyer in New York in einem fünfmonatigen Residency-Aufenthalt zu erforschen.

Kuratiert von
Anna Jehle + Juliane Schickedanz

DJ-Workshop (Grundlagen)
Samstag, 1. Oktober 14 – 18 Uhr
für Mädchen von 12 bis 18 Jahren

G R R L S
AN DIE TURNTABLES !

GRRLS AN DIE TURNTABLES

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mit supaKC (DJ und Produzentin)
Wie funktioniert der DJ-Mixer und CD-Player? Wie funktioniert eine professionelle Anlage? Wie mixt man? In dem Workshop sollen erste Grundlagen zum Auflegen mit CDs vermittelt werden. Erst geht es an den Technikaufbau und die Bedienung der Geräte, dann in einem praktischen Teil ums Mixen. Hier könnt ihr euch dann selber ausprobieren und ein paar eurer mitgebrachten Lieder auflegen und zusammenwischen.

!! Die Teilnahme am Workshop ist kostenfrei und ist auf nur fünf Mädchen beschränkt !! Bitte bringt eure eigene Musik auf einem USB-Stick mit. Anmeldung unter:
info@lab-artistsunlimited.de

Konzert
Mittwoch 14. September, 19:30 Uhr

D I N N E R

Dinner

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DINNER, das ist der aus Kopenhagen stammende Produzent und Musiker Anders Rhedin. Die One-Man-Show steht für 80er-Pop meets Stadion Rock Hymne oder Miami Vice meets David Lynch meets John Maus und das alles aufgezeichnet auf VHS oder so

Seine dunkle Stimme klingt ein wenig wie die männliche Version Nicos. Er könnte ein Popstar aus einem Paralleluniversum sein, etwas Okkultes und gleichzeitig Albernes haftet seinen Stücken und auch seiner Performance an, Melancholie findet sich neben Größenwahn, er scheut die großen - und überraschend eingesetzten - Gesten nicht und dennoch bleibt eine erfrischende Selbstironie unverkennbar.

Mehr unter: https://dinnerct.bandcamp.com/

Eintritt auf Spendenbasis!

1 4 – 2 0
o k t – n o v

Do, 13 – 19 Uhr
Sa + So, 16 – 19 Uhr
Eröffnung und Musik-Performance:
feat. Tagar (Friends of Gas),
Gabi Blum, Eat It & St.Anger (DAMENKAPELLE)
in einer Kollaboration mit
Anna McCarthy
Donnerstag, 13.Oktober, 18:30 Uhr

ANNA MCCARTHY
DAS HAT SICH
DOCH GELOHNT

Das hat sich doch gelohnt

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»Freeway, aquapur, siempre, fairglobe. I have seen documentaries, they're  the worst, like Lake Victoria stops me buying fish fingers in LIDL. Würli says he can't watch them anymore, it makes him puke. Let's all puke together, mushroom pies and quiches, fill the world up with grey vomit till we drown in it…« – Dear Volcano, 2012

Die unmittelbare Nachbarschaft des Discounter Lidl zum lAb, bildet den Ausgangspunkt der Einzelausstellung von Anna McCarthy in Bielefeld. Im lAb entsteht eine abstrahierte Spiegelung des Discounters worin, McCarthy sich spielerisch mit prekären Lebensbedingungen, Konsum und seinen heiligen Hallen sowie die Auswirkungen von Konsum auf Körper und Psyche auseinandersetzt. Mit schwarzem Humor verarbeitet sie Pfandflaschen und Verpackungsmaterialien zu Mobiles und Collagen, schreibt klagende Lieder an Vulkane und dreht Filme, die sich mit fast konspirativen Verknüpfungen zwischen Naturgeschehnissen und gesellschaftspolitischen Ereignissen auseinandersetzen. DRINK COLD, PISS WARM ist der Titel eines der Video-Arbeiten in der Ausstellung und ist ein Zitat aus Petronius' Satyricon, worin Trimalchio ein "vulgäres" Gastmahl hält was u.a. mit der Inszenierung seines eigenen Begräbnisses endet. Im Video beschäftigt sich McCarthy mit der Dürre in Kalifornien und deren Gründe und Auswirkungen, sei es Nestlé oder die drogenabhängige Elite. Dieser Gedanke ist maßgebend für die Ausstellung und beinhaltet Referenzen zu Bielefeld selbst so wie zu anderen Städten und Ländern. Das Leid wird geteilt.
Für die Eröffnung im lAb entwickeln McCarthy und eine Gruppe aus MusikerInnen und PerformerInnen eine Performance mit neuen und bereits veröffentlichten Liedern. Die eingeladenen KünstlerInnen Tagar, Manu Rzytki und Mitglieder der DAMENKAPELLE sind regelmäßig in Kollaborationen mit McCarthy vertreten. Das eigens für die Ausstellung verfasste Stück über Lidl mit Premiere am Abend der Vernissage ist ebenso Resultat einer Kooperation; es entstand in Zusammenarbeit mit dem Künstler Andrew Gilbert.

Anna McCarthy (*1981) lebt und arbeitet in München. Sie studierte an der Glasgow School of Art und der Akademie der Bildenden Künste München. Ihre Arbeiten zeichnen sich durch einen interdisziplinären Ansatz aus, der sich auch durch Kollaborationen mit AkteurInnen außerhalb des Kunstkontextes speist. Sie arbeitet mit den Medien Malerei, Zeichnung, Installation, Performance, Musik und Film. Zudem ist Anna McCarthy Bassistin und Sängerin der „Damenkapelle“ und veranstaltete mit dem Autor und Musiker Pico Be die Reihe „No Country for Odd Poets" im Kunstverein München. Aktuell präsentiert die Künstlerin in der Ausstellung „Favoriten III“ im Lenbachhaus München eine vielschichtige, grossformatige und multimediale Collage, die sich ihrem langjährigen Thema vom Untergang des Westens widmet. Zu diesem Thema veranstaltet sie darüber hinaus „H.T.S.A.R. TV“ - eine Online-Fernsehsendung, die sie vor Ort dreht und parallel zur Ausstellung online streamt. McCarthys Arbeiten wurden in zahlreichen Ausstellungen in nationalen und internationalen Institutionen und Museen gezeigt, darunter die Chisenhale Gallery in London, die Northern Gallery for Contemporary Art in Sunderland, die Shedhalle Zürich oder die Schaustelle der Pinakothek der Moderne in München. 2013 präsentierte die Künstlerin die Erstaufführung von „How To Start A Revolution – The Musical“ im Haus der Kunst, München, bei dem sie Klischees des Rebellentums analysiert und das an ihr gleichnamiges und langjähriges Multimedia-Projekt anschließt. 2015 war Anna McCarthy Stipendiatin der Villa Aurora in Los Angeles. Im Jahr darauf thematisierte sie in ihrer Einzelausstellung „DRINK COLD, PISS WARM“ bei Sperling in München die Verbindungen zwischen den Visionen ihrer Großmutter, der Flüchtlingskrise während des Oktoberfests und der Dürre in Kalifornien.

»I have a fat rolling white fleshy stomach with cleaners scrubbing my toilet and gardeners pruning my palm trees. They clean whilst I eat shoving chocolate-dipped crickets in soft wet sauces into my gut with a plastic fork. “They know more than we ever will”, she says, and her eyes glaze over. I nod with a full gob.« – Drink Cold, Piss Warm, 2015

0 1 – 0 8
d e z – j a n

Do, 13 – 19 Uhr
Sa + So, 16 – 19 Uhr
Eröffnung
Donnerstag, 1. Dezember, 18:30 Uhr

STEVEN EMMANUEL &
PETER HERMANS
COMMON ROOM

Common Room

Common Room is a configuration of ideas.. where each moment is in collision with the next.. it is a platform for indiscriminate verbal and non-verbal communication.. where coexistence is incidental.. and the value of transparency paradoxical.. and ultimately.. where vacuum cleaners go to become political..

Common Room* ist eine Konfiguration von Ideen.. in der jeder Moment auf den nächsten trifft.. die zur Plattform für gleichermaßen verbale und non-verbale Kommunikation wird.. wo Gemeinschaft zufällig ist.. und der Wert von Transparenz widersprüchlich.. und wo schließlich.. Staubsauger politisch werden..

* dt. Gemeinschaftsraum

Steven Emmanuel wurde 1982 in St. Asaph, Wales geboren. Emmanuel studierte am Royal College of Art in London (2010) und lebt und arbeitet nun in Nürnberg. Seine Arbeiten wurden in zahlreichen internationalen Gruppen- und Einzelausstellungen gezeigt, unter anderem im Sunderland (UK, 2010), der Limoncello Gallery (UK, 2011), im Message Salon Zürich (CH, 2012), dem Baltic Centre for Contemporary Art (UK, 2013), der Zeche Zollverein (DE, 2014), dem Kunstmuseum Bochum (DE, 2015) und dem Dienstgebäude Zürich (CH, 2015). Emmanuel wurde mit etlichen Preisen und Stipendien ausgezeichnet; derzeit erhält er ein Arbeitsstipendium der Stiftung Kunstfonds.

Peter Hermans wurde 1987 in Gent, Belgien geboren. Er studierte Politikwissenschaften, Urbanistik und Kulturwissenschaften in verschiedenen europäischen Städten. Derzeit beendet er sein Studium der bildenden Kunst an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Er produziert Videoarbeiten, schreibt und performt. Seine Arbeiten wurden unter anderem im Mazeh9 (IL, 2016), im Cankarjev dom (SLO, 2016), im Kunstverein Nürnberg (DE, 2014) und im Kunst im Tunnel Düsseldorf (DE, 2014) gezeigt.

Theaterworkshop
Sonntag, 27. November 2016, 14:00 Uhr
für Mädchen von 12 bis 18 Jahren

14:00 | Station 1 und Treffpunkt: Mehrzweckraum, Flüchtlingsunterkunft Eisenbahnstr. 29a (Stadtbahn Linie 1, Haltestelle “Brackwede Bahnhof”)

15:15 | Station 2: lAb Artists Unlimited, Germanenstr. 22

16:15 | Station 3: Begegnungsstätte Brackwede, Hauptstr. 50-52
Dauer: ca. 3 Stunden

B I E L E F E L D E R
CITY WALK #10
F E A T .
THEATERWERKSTATT BETHEL

City Walk

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In Kooperation mit drei Einrichtungen in Brackwede laden der Bielefelder Kunstverein und die Theaterwerkstatt Bethel herzlich zu einem inklusiven mobilen Theaterworkshop zum Thema ›Wahnsinn‹ entlang der bewegten und bewegenden Hauptstraße ein. Eindrücke und Fundstücke, die sowohl an den jeweiligen Stationen, als auch unterwegs gesammelt werden, inspirieren zu spannenden und wahnsinnigen Spielaktionen.

Moderiert wird der mobile Theaterworkshop von Katrin Meyer und Daniel Rimmert, die schon seit längerer Zeit im Volxtheater tätig sind.

Es sind keine Theatererfahrungen notwendig, um an diesem Workshop teilzunehmen. Interessierte haben die Möglichkeit, jederzeit bzw. an den jeweiligen Stationen in den Workshop ein- und auszusteigen.

Mehr unter:
www.bielefelder-kunstverein.de

Friseursalon
Sonntag, 11. Dezember,
12:00 – 18:00 Uhr

FRISEUR MIT
C H I K O

Friseur

Präsentiert von Michael Kohls

Das Kennenlernen von MitbürgerInnen sowie der Austausch von informellem Wissen findet häufig außerhalb von institutionellen Strukturen statt. Das lAb nutzt das Potential eines Friseursalons als interaktiven Raum, der soziale Netzwerke herstellen und sichtbar machen sowie einen Ort des Austausches über persönliche Lebens- und Arbeitsbedingungen darstellen kann. Im Rahmen des Projekts wird der Ausstellungsraum in einen temporären Friseursalon verwandelt und die Öffentlichkeit wird eingeladen einen gratis Haarschnitt von einem professionellen Friseur zu erhalten. Dabei sollen insbesondere Menschen, die neu in der Nachbarschaft sind, angesprochen werden, um auf ungezwungene Weise in Kontakt mit ihren MitbürgerInnen zu kommen. 

ÜBER DAS lAb

In der Form von Ausstellungen zeitgenössischer Kunst und diversen Veranstaltungs-, Vermittlungs- und Kooperationsformaten will das lAb über die Entgrenzung von Kunstinstitutionen nachdenken. Demzufolge hat es sich das lAb zur Aufgabe gemacht einen offenen Ort der Kulturproduktion und Kunstrezeption in einer prozesshaften Annäherung zu erproben. Dabei soll ein Raum des Experimentierens geschaffen werden, der Modelle alternativen Wissens einbindet und sich über eine ständige Neuverhandlung und Verwerfung definieren darf. Dabei ruft das lAb insbesondere die Tatsache ins öffentliche Bewusstsein, dass sich urbane Identitäten, sowohl durch Migrationsbewegungen als auch durch globale Vernetzung, aus Versatzstücken unterschiedlicher regionaler sowie internationaler Wertesysteme zusammensetzen.

Das lAb ist im Bielefelder Stadtteil Brackwede verankert und möchte dort unterschiedlichste KooperationspartnerInnen einladen am Entstehungsprozess von Projekten und deren Umsetzung mitzuwirken. Gleichzeitig möchte es den Fragen nach der Beschaffenheit und den Anforderungen eines Kulturraums, abseits von traditionellen Museen oder der zeitgenössischen Kunstblase, nachgehen: Wie kann ein Raum geschaffen werden, der offene Denk- und Diskussionsräume für ein vielfältiges Publikum herstellt? Was funktioniert für den speziellen Standort Brackwede und welche generellen Strategien können davon für Kunst- und Kulturräume in der Peripherie abgeleitet werden? Welches Potential birgt die Peripherie hinsichtlich kollaborativer, unkonventioneller und handlungsaktivierender Möglichkeiten eines Kunstraumes?

Der Träger des lAbs ist das 1985 in Bielefeld gegründete Künstlerhaus Artists Unlimited. Sein 30-jähriges Jubiläum nimmt der Verein zum Anlass sich mit der veränderten Stadtrealität von Bielefeld seit seiner Gründung und dem eigenen Wirken innerhalb gesellschaftlicher sowie urbaner Kontexte auseinanderzusetzen. Vor diesem Hintergrund bespielt Artists Unlimited den Pavillon des Bezirksamts Brackwede unter dem Namen lAb von Oktober 2015 – Dezember 2016 in zwei thematischen Projektphasen.

Mehr Informationen zu Artists Unlimited:
artists-unlimited.de

Das lAb

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ÖFFNUNGSZEITEN


Do 13 – 19 Uhr
Sa + So 16 – 19 Uhr

Soweit nicht anders ausgewiesen hat das lAb auch an Feiertagen geöffnet.


Der Eintritt zu den Ausstellungen ist kostenfrei. Veranstaltungstermine finden Sie unter dem jeweiligen Projekt. Alle Veranstaltungen soweit nicht anders ausgewiesen sind kostenfrei.

Anfahrt


Stadtbahn: Linie 1 – Richtung Senne, Haltestelle Gaswerkstr.

TEAM

Künstlerische Leitung und Geschäftsführung

Anna Jehle

Kuratorische Assistenz

Amelie Befeldt

Konzeption und Gestaltung

AG16

Büro für konkrete Sprache

Dorian Döding
Uwe Zehr

Bezirksamt Brackwede

Marina Arens
Ina Trüggelmann
Kathrin Sorge

Installationsteam

Timo Katz
Uli Schallenberg

AusstellungsfotografInnen

Lucie Marsmann
Michael Kohls

Programmierung und Betreuung Webseite

Mathias Lam

Hausmeister

Michael Thoms

Reinigungskräfte

Monika Pügge
Roswitha Zahn

Komplizen

Sarah Kindermann

PARTNER

Gefördert durch die Stiftung Kulturwerk der VG-Bild Kunst:


Partner Logos

Gefördert durch:


Partner Logos

Partner Logos

Partner Logos

Partner Logos

Partner Logos

Kooperationspartner:


Partner Logos

BONUS+SPACE

Über den gesamten Zeitraum der Zwischennutzung bis Ende 2016 lädt das lAb kulturelle und nicht kulturelle Initiativen und Personen aus Bielefeld und Brackwede ein, den Pavillon und seinen Außenbereich als Plenums- Probe-, Arbeits- und Aufführungsort für regelmäßige oder einmalige Termine kostenfrei zu nutzen. Jeden Mittwoch von 16 – 22 Uhr (und gegebenenfalls nach Absprache) steht der Raum zur freien Verfügung. Gemeinsam mit Ihnen wollen wir den Wissensbegriff eines Kunstraumes erweitern.

Kontaktieren Sie uns mit Ihren Vorschlägen unter info@lab-artistsunlimited.de
oder telefonisch unter +49 (0)521.515 298
Do 13 – 19 Uhr

Bitte beachten Sie, dass das lAb normalerweise nicht vollkommen leer, sondern mit einer Ausstellung bespielt ist. Eine Anfrage ist ab 14 Jahren möglich.



BONUSSPACE

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Büro für konkrete Sprache

Das Büro für konkrete Sprache ist ein Vermittlungstool und gleichzeitig ein Publikationsprojekt des lAbs, das der BesucherInnendienst zu den Öffnungszeiten der Ausstellungen verantwortet. Wer hat die Deutungshoheit über Ausstellungen, welche Sprache wird in der Vermittlung von Ausstellungen verwendet und welche Machtverhältnisse werden dadurch aufrechterhalten? Wer darf ExpertIn sein und wer nicht? Welches Wissen wird beim Reden über zeitgenössische Kunst zugelassen?

Jede Ausstellung im lAb wird von einem Text begleitet, der in Zusammenarbeit mit dem BesucherInnendienst, den KünstlerInnen oder anderen TeilnehmerInnen entwickelt wird. Dabei sollen unterschiedliche gestalterische, sprachliche und formale Strategien entwickelt werden, die die Versprachlichung von Kunst untersuchen. Deutungshoheiten sollen hierbei offengelegt, Mehrstimmigkeit zugelassen und im Dialog mit verschiedensten TeilnehmerInnen eine eigene Ausdrucksform für jede Ausstellung versucht werden. Zum Ende der Zwischennutzung des Pavillons wird eine kleine Publikation entstehen, welche die Texte aller stattgefundenen Ausstellungen gesammelt veröffentlicht.

UNTERSTÜTZEN !

Artists Unlimited
Bank: Sparkasse Bielefeld
IBAN: DE84 4805 0161 0000 1236 12
BIC: SPBIDE3BXXX

LAB LOGO

IMPRESSUM

Artists Unlimited e.V.
August-Bebel-Str. 94
33602 Bielefeld
Germany

Registergericht: Amtsgericht Bielefeld

Registernummer: 20 VR 2317

Impressum:

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Quelle: eRecht24.de – Rechtsberatung von Anwalt Sören Siebert

cypher

C O M M O N
R O O M

Steven Emmanuel + Peter Hermans in conversation



Can you describe your collaboration and the process of how you ended up creating Common Room?

SE: In terms of ‘collaboration’ and our process and how we ended up creating Common Room, maybe we touch on the ‘collaboration’ element first. Then we can approach the content, because I feel there could be a conflict otherwise as they are somehow connected.

PH: In our individual practices we normally work in quite different ways and with different methods. It’s an unclear alliance, but I think, in the best possible way.

SE: Good to hear. For me it’s been a first, the idea of collaborating with someone was a completely nightmarish thought prior to this show, so this has been an interesting process. It is also interesting to note, that the exhibition has almost entirely, apart from those few days shared together near the beginning of the process, been mediated by the internet in some form. So we have essentially been collaborating in a very immaterial way with strong limitations put on how present we were to one another in the build up to the exhibition.

PH: On the other hand, ideas proliferate and one chain of associations is layered onto the next one. You can’t really reverse-engineer how you ended up somewhere when speaking spontaneously. So it quickly became about the process of thinking through the act of conversation, creating a platform for speech. Finding a form ended up being not so much about tying together loose ends and grounding them in a background narrative. Rather, we wanted to develop a system that could be a haven for different fields of association to overlap and develop a metaphor to engage with.

SE: At times, it did feel a little bit like we were attempting to herd cats. But amongst that madness; collaboration and conversation became a source of content itself.

PH: Yes, the remarks on the side, the comments about the way of communicating and all the issues implicated moved more and more into the centre. We started thinking about trust and risk, the encounter with technology (not just digital) as a tool mediating between people. And the medium provides the metaphors… One can easily become overwhelmed by distrust and the fear that one’s opinion and data are being manipulated and instrumentalised. So in the end it became a meditation on control, I guess.

SE: Yeah, I agree, it’s completely a meditation on control. The conversation element became very important, more so than the content of the conversation; and so this became the focus. Very defined themes were also born from this, such as trust, control and transparency and all of which somehow connected with technology.

PH: In the process we thought a lot about the language of self-help, as well as language as a personal characteristic, as being inside knowledge or an access to it. The language of self-help implies this attempt to gain or regain control of yourself, making yourself “better”. It’s a confusing thin line between self-help as emancipation and oppression.

SE: Another interesting example is the subtle change in our perception of audience and our relationship to it. For instance, we speak in relation to an idea of who it is we want to be, not who we really are. We are essentially talking at the mirror. We humble brag, #blessed #lovemylife, we speak omnipotently addressing abstract entities, such as countries, or cities,“Thank you Bielefeld! :) :) :)” and we even troll people. We are essentially in competition with our audience, with our exceptionalist attitudes, where we believe we’re better than other people.

PH: Maybe we are just at a point where compartmentalization mechanisms, this set of normative certainties about what is normal — always already biased — are being unravelled by many factors and players at the same time, albeit with different motivations.

SE: The recent American election is a case in point for this. We all suffered blind spots to a degree, as no one believed it could happen. The left buried their heads and the right wore blinkers, big racist ones. We have had the script flipped on us, post-fact or post-truth, or simply the culture of lying to people, including yourself, has become normalized behavior. I almost feel we are somehow choosing our own blind spots as we each continue curating and living our own solipsistic reality.

PH: This has become so omnipresent through designations such as post-fact-society but I don’t think it’s such a shift in the sense that, as an individual person as well as on a collective level, blind spots are created all the time. Hiding in plain sight, they are reproduced to justify not seeing them. Until a point where world views become utterly incompatible.

These arguments are about knowing more than someone else, either ignoring or over-stressing how that often carries a moral judgement. It’s clear that it’s not so much about knowing rather than how things are perceived, consistently ignored, deemed irrelevant or too abstract to deal with. In the end, it’s about caring about something, or the lack thereof.

SE: We just need to build a wall, easy.

What implications does a Common Room have for you?

PH: For me, it probably makes sense to make clear that this is not a re-enactment of a common room or our imagination of it. The name is to be taken literally. At the same time common room is a kind of very generic term, a space for being together. It is not a nostalgic gesture, an expression of a desire to repair something broken. The designation seems to come with an expectation, it is a kind of instruction itself, filled with clichés. It is a stage to use the space to be a condition for speaking.

SE: A traditional one is a very socialist construct. It’s a democratic space for people to share in, a community space. Ours, however, is all the things the traditional one is but also is very counter-intuitive and paradoxical. I say that because it’s a place for speech and conversation but it also physically attacks the notion of dialogue. But then again, it can be used to enhance a single voice or message when someone assumes control of the space.
Maybe it represents some of our current issues, maybe not. But essentially, it is a stage for coming together and discussing things. The implications of which are far reaching, but in a physical space that is rigged to manipulate you, it feels even more pertinent. For instance, here, your own voice is somehow being used against you. So, unless you are capable of harnessing the space and the people around you, via simplifying your speech and assuming control, communication will break down. In that sense, the apostrophic speech of the sloganeer could find more success in the common room. But as yet, we don’t know how people will react and engage inside it.
I think both the traditional and our common room, have implications toward personal and public forms of speech. But the installation takes it a step further and questions the relevance of our social discourse and also our physical engagement in the technological world. What today is a safe space? Who controls it? And what are these implications to each of us?

PH: Yes, a lot of it has to do with language and the conditions of speaking as being both a liberating act as well as a policing instrument, with a geometry between speaker and listener. How much can you understand? How do you read things? How cryptic can it be? How much do you want to know? Of course, language is only one aspect in how one navigates the world and encounter others.

SE: It is actually dysfunctional in the traditional sense. But as a symbol or a metaphor it functions just fine as a microcosm of a larger more complex idea. I loosely referenced earlier the affects of social media, how it feels like we are finally all coming together side by side but in a funny howling at the moon kind of way, well, the room facilitates that feeling. However that is the opposite of what a common room was and should be. PH Completely. I think it is a kind of humbling exercise, in the sense that it underlines that the world is not an open book, which just has to be encrypted, made legible, discovered. We are, amongst other things, the different roles we play in everyday life, just as much as our online identities are formalized fragments of who we are, even if there is an increasing tendency to force them to overlap. There is no absolute essence to be simulated, neither the one that populist movements allude to in the form of a vague national culture, nor the one that data-driven corporations search for and quantify for their own profit… Humble from the point of view that if you are confronted with the formalization and automatization of trust, whether through captchas, keys, certificates and encryption algorithms, it’s hard to completely trust them, or not find them (unfortunately) clunky. Please prove that you’re human and that you are who you pretend to be.

How do the individual components in the space relate to the Common Room?

PH: The different elements all relate to different moments of conversation, or speaking in general; the informal conversation had over a game, the circle of chairs as in speaking to share something and the lectern for addressing an audience, for instrumental speaking. Although the boundaries are already fluid, the sound installation is an overarching element to further blend them into one conversation, even if it’s a monologue. SE I would also say that the sonic element is acting as a reminder of the danger of taking part in an exclusively singular conversation. Which is kind of what social platforms today might tend to cultivate. PH Yes, as a platform it comes with its perks and protocols. The different elements come to be foremost about the conditions for speaking; wanting to say something, knowing what to say, to someone. The common room, in tying together different modes and moments of speaking, is more of a suggestion, reinforced and undermined simultaneously by the grand gesture that the name invokes.

SE: Also, the individual components become part of a larger conversation than the one we have been having ourselves. And as much as Peter and I fight the idea, it is in its own way political. Everywhere you look today, political hysteria is present and it feels very dangerous. There has been a shift of some kind. Insurgent attitudes are developing within Western democracies, Trump and Brexit are key examples of this. And it appears that we are fueling that populism through our own idiosyncratic content, via social media, online algorithms and with the ubiquitous presence of confirmation-bias. Real discussions are becoming harder to have under these conditions and in my mind this is kind of what the common room is alluding to.

PH: Just like any (metaphorical) model, common room is a necessary abstraction but a simplification nevertheless, which does however not mean you can ignore it. Models come and go, but they obviously influence behavior and actions and affect people’s lives. How do you go about with this hysteria?

SE: I agree, we have created a perverted circle-jerk scenario.

How can the Common Room be used by the visitor, what is the function of the Common Room?

PH: Good that you use “used” and ask about function because that very much concerns the state of the space as well as the visitor. As a “user” of anything, you’re assigned a certain role in regard of a technology, a space, a platform. The user is the input as much as she or he activates the thing in question. It comes with a function, a set of intended possibilities of interaction, which however does not mean these are the only possible ones. It’s important not to see it in absolute, monolithic, terms, as something eternally unchangeable. That’s also why I like common room as a kind of generic term. It’s kind of open source, in contrast to the closed ecosystems of a lot of communication platforms.

SE: I think, with curiosity and generosity, hopefully. It is an open invitation. There are no fixed rules but I assume some people play pool, others sit and talk and the odd extravert in the group will take to the podium and speak, all the while they will be reacting and adapting to the discombobulating sensation of the rooms interactive elements. Some people may even make a mess in order to feed the resident pet vacuum cleaner.

PH: The common room is not an example, it is an invitation, it is a sonic mirror that skews just by doing what it does. On the other hand, we don’t know what happens. How bearable it is, or how unbearable.

SE: Sound will become a form of content in the space; that could be as words, opinions or just noises. Along with all its affiliated happenings inside the space. And even further beyond that, the conversations and ideas that proliferate the space when people leave are also part of the room. The primary function of the Common Room is to facilitate and stimulate content through interaction. Whose content is whose is another question.

PH: Yeah, I agree with that. It’s not about paying lip service on our part. As much as we can say how we feel about things and agree that a lot of things should change, you cannot say which course it is going to take. And this is not the place to start it from anyway. But that doesn’t mean it is not worth doing. On the upside, there are no puppet masters that control everything, nobody knows about all the effects and side-effects, we mostly cannot imagine nor acknowledge the consequences of our deeds. It is not a space pretending to be neutral. The show is about that unstable relation between trust, risk and insecurity, in every meaning of the word.

SE: In more general terms, we’ll just have to see what it does. It could very well force people outside. It could be empty. It could do nothing. It could be a disaster. It could just be there to remind us of something.

What is the intention of transforming an exhibition/cultural space into a “Common Room?” / Is there any reason to do this project in a space like the lAb?

SE: Well, they are a kind of common room already, I suppose. Especially this sort of project space, but that is rare. The commercial galleries and museums of course are not this way even if they have a PR team dedicated to appear so. More likely they would be called the Uncommon Room; but this kind of off-space and program definitely interact and engage with people on a more social level, opening up the conversation without intimidation. However, this is a totally different conversation and critique. This particular work is not aimed at the idea of a cultural space in terms of art, but sure there is an interesting confluence of ideas happening.

PH: For me, this not so much a transformation, as much as you could say that any (cultural) space establishes relations, a geometry between artist/work/audience which has a lot to do with legibility, openness and marking a border. This is not about decrypting anything, there is not much to be discovered, it’s pretty clear what the objects in the exhibition do and what they’re for. We’re taking things serious whilst equally taking the piss out of the current forms of the cult of security, (self)surveillance and the fear-mongering. Staring in a camera, hidden behind a mirror, at an e-passport gate at an airport, it doesn’t get more creepy fairytale-like. But fairytales are creepy and brutal.

DARTBOARD COLLECTABLES
2 0 1 6 . . .

by anna mcCarthy

"Photo of McCarthy and Feuchtwanger's dartboard photographed by Keith Sirchio"

In a long artistic tradition of dartboarding and targeting politicians, including the Situationists and their infamous shooting target of Charles De Gaulle or the German-Jewish author Lion Feuchtwanger's Hitler dartboard he had out for parties (taking shots with the likes of Charlie Chaplin or Fritz Lang) at his Villa Aurora in Los Angeles, where he was in exile from the Nazis during the Second World War – in the year 2016 it is now at last time for an update!


"Situationist dartboard belonging to Roberto Ohrt collaged with Donald Duck by Hank Schmidt in der Beek"

This is the first in the series: "dartboard collectables 2016 by Anna McCarthy free hi-res download (max. A2) here

"nr. 1: germany, frauke petry from the AFD"

SUBJECT: RE: LIDL

Excerpt of an email exchange between
Anna McCarthy and Andrew Gilbert
on the topic of LIDL
26th September – October 1st, 2016
Munich / Singapore




From: Anna McCarthy
Date: September 26 - October 1
To: Andrew Gilbert
Subject: Re: LIDL



On Sep 26, 2016, at 1:36 PM, Andrew Gilbert wrote:


Wag oooogily! All roads lead to Lidl via the onion bajee shop, past the mass graves in Namibia up the hill where the Basotho resisted down the road where general Gordon got chopped like a sacred carrot. There we arrive, thirsty camels , hot pants gleaming in the sun at the gates of the sacred temple of European culture, the promised land of the white settlers bringing their wheel barrows of sacred dung to the place where the medieval potatoe market once stood.
Banana Magajana ! Hyena of savage freedom, hi from Singapore , land of the sweeping brush and whip , my leak phone has no battery soon, hard to write on leek phone , spell check tried to sabotage ancient language, the leek phone available at all good Lidl, it comes with free monk teeth to hammer into it.

Lady of the Bat ! Bats in the sky! I write more Lidl Jazz. Saxophone free with each sack of Lidl potatoes in the morning, I am most pleased the Hyaena of freedom that runs on one leg carrying a witch doctor spreads the gospel of Lidl to beeeely feldy!
Brocoli naked upon the storm wears only the cloak of the red, yellow and blue crusader costume eternal blood drenched path!!!!!! My words are yours to nail into the eyes of the unbelievers



On 27 Sep 2016, at 22:06, Anna McCarthy wrote:


TWO LIDL MYSTERY MEATS ARE PLAGUING ME...

Who are you Oh Mystery Meat?
You seem so familar yet strangely peculiar
I’ve seen you before
Was it the cheap supermarket store
or the porcelain bowl?
I got my plate, knife and fork
But I hesitate
Cos
This question truly plagues me...
I know
Your packaging is so shiny and elastic
but what is truly inside you?
Let me in on your secret
dear mystery meat
The small letter writing
I cannot decipher
From somewhere far away,
somewhere exotic maybe?
Oh Mystery Meat
What mode of transportation do you prefer:
a truck, a horse and cart or a long plane ride?
Red, brown, blue
Oh tell me
who are you?

(mystery meat and he was lookin’at me
he didnt grow on a tree nor did he stem from a bee
i wonder who the hell is he
that mystery meat from the cheap supermarquee
what colour is he/she it? sheit sheit sheit.
red, yellow, blue, pruple, brown brown brown GREEN! blue)



On Sep 29, 2016, at 1:42 PM, Andrew Gilbert wrote:


Hi Anna I am trapped in queen Victoria’s bird cage but I managed to attach string to toast so now I can communicate.

The source of the meat is chopped up refugee bodies, I found the answer from the deranged old cleaning lady who begs outside Lidl who claims to be the Empress of India.

Chopped them up and put them in delicious Lidl tinned goulash is the final solution of the refugee problem.

Now Ian forced to dress as an exotic bird so I must use my plastic beak which has teeth glued on it to type you this information

Hyaena of a thousand Macbeth witch screams I hope this information helps you

Sent via monk tooth




From: Anna McCarthy
Date: September 29, 2016 1:52:53 PM GMT+02:00
To: Andrew Gilbert
Subject: Re: LIDL


oh golly gosh, who would have thought? jeeez, cheese? first jamie oliver casts a light on mcdonald's fake meat and now this? pink slime kills all bacterias and is creeping into all orifices of our globe.
tweet tweet andrew gilbird. where is the golden key to release thee?string to toast and leakphone. so you are the one leaking all that information?
so many questions, so many answers.
minced meat, hackepeter, mettela?
and most of all: meat babies




Begin forwarded message:
From: Anna McCarthy
Date: September 29, 2016 3:38:49 PM GMT+02:00
To: Andrew Gilbert
Subject: Re: LIDL

aren’t we all a little pre-putrescent ?



On Sep 29, 2016, at 4:00 PM, Andrew Gilbert wrote:


Found the key in a bowl of rice hidden in Andrew eldritches pvc crotch

New cabbage phones on offer at Lidl ! This week only, advert features an impaled Leonardo do caprio

2 Lidl cabbage phones at foot of impaling shaft

Camera goes back to reveal the cabbages are eyes of the apocalypse beast. Mel Gibson would be proud of these special effects he wears highlander deodorant from Lidl (tm)




From: Anna McCarthy
Date: September 29, 2016 4:12:07 PM GMT+02:00
To: Andrew Gilbert
Subject: Re: LIDL


there is an oktoberfest in lidl's all across finland going on right now. 
you can get a polyester pink and green dirndl, cheap as chips.
if you are lucky you can get raped (by leo and mel?) in the aisles and
defecate in the cereal boxes
i bet mel stinks really bad
a bit like a cabbage phone i suppose
keep it away from your nose
what does a pvc crotch smell like ?




From: Anna McCarthy
Date: September 29, 2016 5:43:23 PM GMT+02:00
To: Andrew Gilbert
Subject: Re: LIDL


and just around the corner, the nazi beate-ich zschäpe has opened her mouth and out came a scratchy teeny tiny annoying sound.
when i was an interpreter in court she had a really big pink bag full of cheap food, whilst the policeman said of her burnt teen victim that she looked a piece of charred meat on a grill.
i felt sick, but only afters, because i was distracted by whispering english words into one ear, whilst the germans spoke and shouted below. the fat policeman sat behind the judges and stared at his leak phone with widespread grubby legs and his pals tried out their new all-in-one handcuffs on unsuspecting viewers, whilst the journalists bashed away at their laptops to reinterpret all things all different than it ever was.
and a zschäpe fan doppelgänger walked past with a bach teeshirt, a stephen king novel and a burger king liter of drink



On Sep 29, 2016, at 7:06 PM, Andrew Gilbert wrote:

Throbbing Gristle Hamburger Lady live at Lidl Oktoberfest, late in Asia must climb into pvc nest which smells of heAther and Axl Roses freshly washed hair… Paradise 

More soon via cabbage phone, we must find a solution for when bad customers drop a jar of mayonnaise.

Nervous about our stocks and shares post-Brexit, we need gimmicks to keep our British customers happy… 

Will what's up David beck ham in sarong thong for photo shoot time to launch our authentic Lidl meat curry

Some customer complaints about refugees toe nails ruining the exquisite meat pies (owl flesh mix) , will fax you via hot pants.com (tm) the most recent customer survey results ...



On Sep 30, 2016, at 3:19 AM, Andrew Gilbert wrote:

Can you make sure the spaghetti hair Aryan wig shipment arrived for our staff Oktoberfest themed costumes ?

If any staff complain about lack of dignity as a result please issue order to have them shot in the car park next to the rubbish bins by the getraenke Hoffmann liqueur store.

Have you sewn the human skin Dirndels ?

Must dash having nail extensions done then skype with c.o of hot pants unlimited (tm)

Mazaraaaagaa of Worms en route to Jerusalem

 


From: Anna McCarthy
Date: September 30, 2016 6:05:25 PM GMT+02:00
To: Andrew Gilbert
Subject: Re: LIDL


dear sir CVD,
i think this is spiralling out of control. i am not sure if i can quite associate with your measures/brutality. don't you think shooting is a bit harsh? how about a spanking behind the rubbish bins ? and we could tie them overnight to the pylons in the carpark and laugh at them and throw dirty toilet paper at them or something. what do you think?
the needles on the sewing machine are hellishly blunt, but i will give it a try. if the flesh is still fresh it shouldn't be a problem.
we can also skype soon and i can show you my progress. we only have 2 days oktoberfest left ! 




Begin forwarded message:
From: Anna McCarthy
Date: September 30, 2016 6:07:14 PM GMT+02:00
To: Andrew Gilbert
Subject: Re: LIDL


and apropos gimmicks for our british customers ! i always thought the shrink wrapped all english breakfast was a star ! we should bring it back and i am still for meat babies.



On Sep 30, 2016, at 7:25 PM, Andrew Gilbert wrote:


Meat babies muchly good ! Fake Branston pickle spread over them

Richard Branston face made of full English breakfast, with vile spaghetti hair medusa rising like the bulge of Dr Caligari shreaking in the night.

Cross and Blackwells better not sue us over our 'traditional branstone pickle' tm… We need Wimbledon gimmicks… Not want grotty food bank type people , we need reduce total customers, but aim for the bigger single spenders, the van der moooooozgrooooz business model, keeeeech Lorraine Kelly.

Do you still go scuba diving with cliff Richard ? Get him on board

Cider 
Strawberry and cream to die for 
Flame throwers, footage of Japanese soldiers being flamethrowerd by marines 

Brexit is an opportunity for change – sand castle cliff Richard with our sandwiches, he stamps on smelly fly-ridden mosque sand castle and the polluted European tide is turned back from the gates of his sand castle 

Lidl flag swimming trunks cliff, cliff may be bad choice though for our marketing strategy… Who be can the face for the product range? Million pound question 

New young talent like? But we need a respected face of authority also, jimmy saville is dead, but c g I version? Or puppet? Wilhelm and Kate 




From: Anna McCarthy
Date: September 30, 2016 8:11:15 PM GMT+02:00
To: Andrew Gilbert
Subject: Re: LIDL


Interesting. I was just reading about Kate and how she is a terrified young lady. Terrified of every move she makes, terrified she might do something wrong. Just a few days ago Willy and Kate were in some obscure exotic country and were presented with enormous phallic clams called geoducks. Willy put it quite rightly when he said:

"Presentationally they are quite challenging,"

A real charmer that one and I think could be our face. We need his face. Faces on dirndls...brainstorming here. Yes, maybe JUST faces. then i can just sew them all together and hoist em up on the flagpoles…?
What about an extra super slick luxury department in our super posh corner (you know the one with the cashmere sweater and the ruin) with jimmy saville penises shrink wrapped. kids get it cheaper of course.
and then we can have a "wanna be in my gang, my gang" blaring in the background to drown out the screams of bransons breakfast face in the other corner. I LOVE GARY. and i love glitter. i want blue, red and yellow glitter bombs.
rule britannia. you know we still got it. stick your little toe in the air and drink a cup of stolen tea. PG. tip top.
CLIFF ! my mum LOVES cliff. she used to have him in her school desk. maybe he is still in there ? i will ask her.
sand sandwiches.
chutney
lebkuchen
vanilla roibos
my mum says they even have these things now in the english liddle



On Oct 1, 2016, at 4:21 AM, Andrew Gilbert wrote:


Top brainstorm! Thumbs up on all fronts! Think we need to consider keeping friends north of border feeling included… Tartan bag with our brand logo and slogan "anything else than Lidl is just mingin"

Here in Singapore great market potential, home from home, target dear cousins from ozstralia — the white people who tell brown people to go home and stay out.

But humidity problem, our eels may mould quick — conservation department warn of mould on paintings. 

Ants big problem for our sweet jimmy penis collection 

Top brainstorm! In a lush garden with schwarze cruiser puff, my leak phone is wilting like a sweaty jimmy in the morgue party 

Sporrans made of aborigine pubes (tm)

Wow this Asian mArket has great potential! Locals really impressed when I told them That in Britain you can get curry in a can




Begin forwarded message:
From: Anna McCarthy
Date: October 1, 2016 11:22:40 AM GMT+02:00
To: Andrew Gilbert
Subject: Re: LIDL


what did i just see about eels? skinned eels. or did i dream that? i think the dream consisted of peeling of the skin of eels and immediately pulling it onto fresh born babies like a second skin (inside out). draufgestülpt as one says in deutsch.
that fits again to the meat babies doesn't it? it's probably cos all my friends have fresh babies that i dream of such things. is that "hormonal"? are they all having babies cos they ate too much oestrogen fish and meat and bread from our shop? my dog's belly is looking a bit thin. maybe i should give him some lidl dog food special prime aquapur style. imagine all the babies we are responsible for. it's mind-boggling. that makes me proud. anti-abortion lidl campagne! I also dreamt that i gave birth to a black french pitbull and that my dog got really jealous when the black hairy bugger popped out and rampaged the flat.
i don't really care much for that britain anyways. kick it in the bucket with all its cctv and that. lets concentrate on the so-called "continent" and "rest-world" i am going for a picnic. a picnic at hofgarten hanging rock where we will dress up in white dresses and big white hats and eat non crusty sandwiches and laugh at the proletariat. tallyho!




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From: Anna McCarthy
Date: October 1, 2016 11:33:19 AM GMT+02:00
To: Andrew Gilbert
Subject: Re: LIDL


just talked to my dad on the phone and told him i was going to bielefeld and his first response was: oh great you can go to the british army base and get some bacon and black pudding!
my dad is a aeroplane engineer and helped build tornado and eurofighter, so he knows all the good bases and the best food.
maybe i can organize a coop with the base and our dependance? it feels like destiny is upon us




From: Anna McCarthy
Date: October 2, 2016 8:10:44 PM GMT+02:00
To: Andrew Gilbert
Subject: Re: LIDL


dearest sir.gilbert,

i must pause our brainstorming extravaganza and wrap it all up for the powerpoint presentation dead-deadline.
i must thank you at this point for the inspirational words and will now piece it together with the choir for our grand takeover in the town that does not exist — bielefeld.
more to come and, as i said, do not hesitate to contact me if thou has time to come to the ribbon snapping.
i am sure there will be some pineapple juice in plastic champagne flutes and geoducks galore.
adieu!
do well in singapore and teach them the philosophy of the blue, red and yellow and all the other rubbish

yours repsectfully,
mz. mccarthy

D A N N D R E I E R L E I

Juliane Liebert

I

sie beschnitten uns im garten; der ablauf war wie folgt: an einem bestimmten tag der woche, manchmal war es ein dienstag, manchmal samstag, während sonne aus den gräsern dampfte, versammelten sie uns, trieben uns in die hinterhöfe und fragten nach unseren vergehen. unsere vergehen waren uns schriftlich mit großem anstand mitgeteilt worden:

evelyn hatte ihre strümpfe linksherum getragen und ihr herz war verkehrt, sie wollte immer nur trinken und tanzen und heulte hinterher tagelang, zutiefst befriedigt. sie belog ihre arbeitgeber. sie trug nichts zu irgendetwas bei.

caroline hatte ihren instagram-account vernachlässigt, sie war in die schule gegangen und hatte sich das ladegerät ihres iphones zweimal ums rechte handgelenk und dreimal ums linke handgelenk gewickelt und dann gezogen, gezogen, bis ihre hände blau wurden, von den fingerspitzen die über die arme aufquellenden adern entlang, und weitergezogen.

und ich? nun, ich ...

es war einfach, uns zu stutzen, denn wir waren zeitlebens darauf ausgerichtet worden. unsere gliedmaßen waren gepflegt und wir waren gebildet, wir wussten genau, was wir in welcher reihenfolge essen durften und was nicht, welche seifen wir für das gesicht und welche für die füße nehmen sollten. wenn die strafe beispielsweise lautete: die probandin hat sich das obere glied des rechten kleinen fingers abzutrennen, dann taten wir es. wir wussten, die wachsen wieder nach. wir wussten auch, dass strafe notwendig war.

es gab medikamente für unsere verschiedenen charakterzüge, wir nahmen sie nicht immer pünktlich, aber wir nahmen sie. manche waren verboten, die nahmen wir besonders gern. wir sahen mädchen wie uns an unseren grenzen ertrinken. wir wussten, das auch ihre haut warm war, dass auch sie wimpern hatten, die sich hoben und senkten. aber es waren so viele, dass wir nichts tun wollten, wir waren darauf trainiert, größere wohnungen und autos und gärten zu wollen, wir wollten uns ausweiten, nicht teilen.

wir wurden erschlagen von den elektrischen impulsen, die wir selbst erschaffen hatten. wir sahen 2000 bilder pro tag, hörten zehntausend meinungen; es war, als hätte die gesamte menschheit auf einmal gemeinsam ihre stimmen erhoben, sie murmelten und tobten, sie korrigierten, pflichteten bei und schimpften, und während wir selbst lauter zu sprechen versuchten, während wir selbst bilder und worte und töne hinausschossen und immer tauber wurden, das schweigen kommentierten und wieder kommentierten, vergaßen wir, dass wir je allein gewesen waren. wir leiteten, von botenstoffen befeuert, informationen weiter, und langsam verwandelte sich der planet in ein irrisierendes, fahriges gehirn, für das keiner von uns einen körper wusste.

und ich?


II

9,31 war das verbliebene guthaben, und es zählte langsam rückwärts. 9,30. 9,29. 9.28.

der ablauf war wie folgt: wir traten der reihe nach vor.

»maria!« wurde eine aufgerufen, und trat vor. »was hast du getan?«

jetzt, wo ich hier mit den anderen stand und wartete, fiel mir wieder ein, dass töne und körper und licht eigentlich alle drei nur schwingungen unterschiedlicher dichte sind, die bloß durch die beschaffenheit unserer sinne in sehen, hören und fühlen unterteilt werden.

ich wartete. die sache war, dass ich keinen brief bekommen hatte. ich hatte überall gesucht. mir war vollkommen klar, dass ich einen fehler gemacht hatte, mir wollte nur nicht einfallen, welcher. ich stand da, und wartete darauf, dass mein name aufgerufen wurde. es dauerte lange, aber schließlich war es soweit. ich ließ die hände sinken und trat vor.


III

»und dann? was ist dann passiert?«

»nichts. du musst dich doch erinnern. sie nahmen mich bei der hand und küssten mich, sie führten mich in eine wohnung, eine von den schönen, teuren. sie wuschen mich und gaben mir essen und trinken. das ist der witz, weißt du, in wirklichkeit bekommt niemand eine strafe. sie wollen uns nur helfen.«

»aber du hast nichts getan.«

»nein, ich sah zu, wie das guthaben langsam immer niedriger wurde. 9.27. 9.26. 9.25. ich sah zu, wie die meere zu steigen begannen, ich sah die tiere verenden, aber ich tat nichts, denn ich war schuldlos an all dem.«

»aber ... «

»eine von ihnen, ich weiß ihren namen nicht mehr, aber ich erinnere mich an die beschaffenheit der innenseite ihrer hand. sie löste erst meine haare, dann meine kleidung, sie öffnete meinen bh, er knallte auf den boden und schepperte. ich musste nichts tun. das wasser des bades war heiß und salzig. ich trieb darin und dachte an die milch, die ich noch kaufen wollte, meine stundenpläne und den tod. weißt du nicht mehr, eva hat immer gesagt: sterben, das fühlt sich an, wie zwischen dem gedanken an eine handlung und der handlung selbst stecken zu bleiben, und das wars. dir wird niemals auch nur bewusst, dass du die handlung nicht beendet hast.«

N E U T R A L I S I E R E N

Kathrin Busch

Unter dem Titel Das Neutrum hat Roland Barthes Ende der 1970er Jahre am Collège de FranceVorlesung gehalten, die eine bemerkenswerte Ästhetik enthält1. Ihn interessieren Phänomene, die insofern neutral sind als sie geläufige Paradigmen außer Kraft setzen. Als neutral gelten solche Dinge, in denen sich die Gegensätze entkräftet haben, Zustände, die in der Schwebe gehalten werden: weder bejahend noch verneinend, weder männlich noch weiblich, nicht aktiv oder passiv, sondern irgendwie dazwischen: in nicht einfach einzuordnender Weise weder das eine noch das andere. Die Neutralisierung ist für Barthes ein Verfahren höchster Intensivierung, schärft es doch die Sensibilität. Denn entfallen erst einmal die einfachen Zuschreibungen, dann öffnet sich ein ganzes Spektrum von Abstufungen und Zwischenformen, die neue Beschreibungsweisen erfordern. Statt der üblichen Polaritäten werden Nuancen sichtbar, statt auf Extreme richtet sich das Begehren auf die Feinheiten. Was Barthes die »Leidenschaft des Neutrums«2 nennt, ist daher das starke Begehren, Figuren der Ambiguität und Zweideutigkeit einzurichten. Dieses Begehren widersteht dem Wunsch, der Dinge durch einfache Kategorien habhaft zu werden, es verzichtet auf das Habenwollen. Dieser Verzicht ist nun wiederum nichts Fixes. Neutralisieren besteht in einem beständigen Vollzug der Aufhebung und in einem wiederholten Zuhalten auf das, was es in den Dingen an Unbestimmtem gibt. Denn der Effekt des Neutralen besteht nicht einfach darin, von einer Sache zu ihrem Gegenteil überzugehen, als wollte man blendendes Weiß durch absorbierende Schwärze abmildern, sondern heißt, in den prekären Ununterschiedenheiten Platz zu nehmen.3 Neutral ist also jenseits von dem Einen oder dem Anderen noch etwas anderes: etwas ganz anderes, dessen Anderssein vervielfacht wird. Maurice Blanchot, von dessen Texten zum Neutralen Barthes ausgeht, verortet die Leidenschaft des Neutrums in einem Begehren nach dem Unbekannten.4 Eben das sei das eigentlich künstlerische Anliegen: in Bezug zum Unbekannten zu leben, das Bekannte neutralisierend außer Kraft zu setzen und sich dem Unabgesicherten zu verpflichten, das sich den begrifflichen und visuellen Rastern entzieht und die Ordnungen, Gesetze, Anmaßungen und Bemächtigungen suspendiert.5 Als künstlerisches Verfahren meint Neutralisieren also durch wohlkalkulierte Unentscheidbarkeiten jene subtilen Zustände herzustellen, die es nicht mehr erlauben zu kategorisieren und den Anschauungen Begriffe zuzuordnen – dieses Unfasslich-werden wird in einer Ästhetik des Neutrums nicht mittels überwältigender Erfahrungen hergestellt, sondern durch eine bis zur Auflösung intensivierte Nuancierung oder eine zur Unschärfe potenzierte Ambiguität.6 Das Neutrum ist eine ästhetische Strategie, alle Formgebung durch partielle Formauflösung zu verfeinern: etwas Unförmiges, das sich aus dem System dualistischer Zuordnungen ebenso befreit wie von dem Glauben, durch Radikalismen etwas zu bewirken. Denn Neutralisieren bedeutet, sich zu weigern, eindeutige Positionen zu beziehen und stattdessen über das Widersprüchliche hinaus, Zustände der Ungewissheit einzurichten. Diese Schwebezustände, die Wahrnehmungsicherheiten und Handlungsklarheiten zerstäuben, führen nach Barthes zu einer Steigerung des »Zartgefühls«7. An die Stelle ästhetischer Effekte tritt die Aufmerksamkeit für das Noch-Ungeschiedene, das Gattungslose, Unbegriffliche oder Rohe und zwar im Zustand einer offenen, fast wunden Intensität.



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1) Roland Barthes, Das Neutrum. Vorlesung am Collège de France 1977-1978, übers. v. Horst Brühmann, Frankfurt a. M. 2005
2) Barthes, Das Neutrum, S. 43.
3) Vgl. Barthes, Das Neutrum, S. 98ff.
4) Maurice Blanchot, Das Neutrale. Philosophische Schriften und Fragmente, Zürich/Berlin 2010, S. 15.
5) Vgl. Barthes, Das Neutrum, S. 43.
6) Eine Ästhetik des Neutralen setzt weder auf Immersion noch auf Distanz und ist weder aufseiten der Affizierung noch aufseiten der Reflexivität zu verorten.
7) Vgl. Barthes, Das Neutrum, S. 67ff.

WHAT’S GOOD?
(BRUTAL CUT)

Anja Kaiser und Katharina Merten

A journey underneath the surface of pop featuring speeches taken from interviews, documentaries and p0rn. Short summary of an audiovisual performance by Anja Kaiser (V) and Katharina Merten (A).


SIX SENTENCES
FROM THE INSTITUTION‘S
INVITATION TEXT
RE-CONTEXTUALIZED

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TUTTI – A SCORE
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„Tutti - A Score for 19 Vloggers“ (2015 / Online-Version) verweist auf die Rede im Internet. In der Arbeit lesen Youtube-VloggerInnen Ausschnitte aus politischen Reden vor, die sich in einem Chor verdichten.

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